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Über 100 Absolventen feiern ihren Berufsabschluss 

Von A wie Altenpflegehelfer bis Z wie Zerspanungsmechaniker: 106 junge Männer und Frauen haben im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW), eine Gesellschaft der Stiftung Liebenau, den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung in insgesamt 26 unterschiedlichen Berufen gefeiert.

Endlich das ersehnte Zeugnis in der Tasche, endlich eine abgeschlossene Berufsausbildung: „An Tagen wie diesen“ stimmte die BBW-Band an und sprach damit den frisch gebackenen Absolventen aus dem Herzen. „Unsere Aufgabe ist es, jungen Menschen den Start ins Berufsleben und damit die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, sagte BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke. Die Absolventen seien ein weiterer Beweis dafür, dass das BBW seit über 30 Jahren erfolgreich Inklusion betreibe. Dazu brauche es auch weiterhin Spezialeinrichtungen wie die Berufsbildungswerke. Nicht zuletzt sei das in der UN-Charta festgeschriebene Grundrecht auf Ausbildung ein Menschenrecht. „Wenn man Sie nach drei Jahren anschaut, wird deutlich, dass da richtig was passiert ist“, gratulierte Lüdtke.

Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, machte vor allem mit Blick auf die Zeugnisnoten Mut. „Ich mochte es schon mit 20 nicht, wenn ich nur nach Einzelnoten beurteilt wurde.“ Laut seiner Mathe-Note im Abiturzeugnis sei er lebenstechnisch untauglich. Auch die Durchschnittsnote sage nichts über die Stärken und Schwächen eines Menschen aus. Mit Hilfe eines Kieselsteins gab er den Absolventen ein Stück Lebensweisheit mit auf den Weg: „Dieser Stein war irgendwo zwischen Schutt und Dreck. Er wurde gewaschen und geschliffen, hat sich an anderen gerieben und trägt sichtbare Narben.“ Aber ebenso wie dieser Kieselstein habe auch jeder BBW-Absolvent eine Seite, die leuchte. „In der Summe besteht alles aus kleinen Steinen. Und Sie sind ein Teil des Mosaiks“, sagte Prälat Brock und wünschte den jungen Menschen Selbstbewusstsein für die Zukunft. „Wir sind stolz, dass Sie bei uns waren.“

Auch Friedrich Ampferl, Teamleiter Reha der Agentur für Arbeit, gratulierte zum Durchhaltevermögen. „Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist die Eintrittskarte ins Berufsleben.“ Er betonte, dass die Berater der Agentur für Arbeit weiter für die BBW-Absolventen da seien. „Es gibt in der Region gute Möglichkeiten für alle, die es ernst meinen.“ Karin Schmid, Geschäftsführerin Recht und Bildung der Handwerkskammer Ulm, freute sich besonders, dass so viele Absolventen aus dem Handwerk dabei sind. „Handwerksbetriebe sind oft wie eine Familie, in der noch andere Werte gelten als Einzelnoten“, knüpfte sie an Prälat Brocks Worte an. Ampferl und Schmid dankten außerdem den Ausbildern und Bildungsbegleitern, die einen erheblichen Teil zum Ausbildungserfolg beigetragen hätten.

Im Rap „Steh auf“ von HiMike und Erich Schäfer ging es darum, nach vorn zu schauen. Dies konnte auch Sascha Seifried bestätigen. Als ehemaliger Beikoch-Azubi im BBW und mit anschließender Vollausbildung arbeitet er heute auf einem Marineschiff und strebt den Proviantmeister an. „Setzt euch Ziele und greift zu den Sternen“, gab er den Berufsanfängern mit auf den Weg.

Bildungsbegleiter Oliver Schweizer dankte den rund 250 Kooperationsbetrieben für die Zusammenarbeit, insbesondere der Kuppelnauwirtschaft in Ravensburg und dem Hofgut Müller in Ostrach. Beide Betriebe übernehmen ihren Azubi. Einen Sonderpreis für besondere Leistungen erhielten Thomas Schorr, Björn Füller, Maik Schulz, Kevin Übelacker und Dennis Paschke. Anna-Lena Gruhn und Timo Fendt moderierten die Feier.

Ihre Lehre noch vor sich haben 72 Jugendliche, die wenige Tage vor den frisch gebackenen Fachkräften im BBW den Abschluss ihrer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) gefeiert hatten und nun fit sind für den Start in eine Ausbildung.

 

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