Ihre Nachrichten und Infos aus Ravensburg und der Region|Sonntag, Februar 23, 2020
Sie befinden sich: Home » Aktuelles » Towerstars können Wende im Spiel nicht verhindern

Towerstars können Wende im Spiel nicht verhindern 

Das stark ersatzgeschwächte Towerstars Team musste sich in einem bis zur Schlusssekunde spannendem DEL2-Spiel mit 4:5 den Fischtown Pinguins geschlagen geben. Bitter für die Oberschwaben, denn im ersten Drittel führten sie nach 17 Minuten mit 3:0.

Die Hoffnungen, dass die ärztliche Abteilung der Towerstars eventuell doch grünes Licht für einen der angeschlagenen Spieler geben könnte, sollte sich vor der Abfahrt nach Bremerhaven leider nicht erfüllen. Somit fehlten Trainer Daniel Naud nicht nur die erkrankten Tousignant und Nemec, sondern auch MacLean, Vogt und Sezemsky.

Dennoch hatten die Oberschwaben einen soliden Start ins Spiel. Die Gastgeber versuchten zwar von Beginn an vor ausverkauften Zuschauerrängen den erwarteten Druck aufs Eis zu bekommen, doch die Towerstars agierten solide und wurden auch im Angriff immer selbstbewusster. In der 8. Spielminute durften die Oberschwaben und rund 20 mitgereiste Fans prompt jubeln. Raphael Kapzan spielte die Scheibe zu Patrick Kurz an den linken Bullykreis, dessen satter Schuss wurde letztlich von Max Brandl auf dem Weg zur 1:0 Führung noch leicht abgefälscht. Man merkte sichtlich, dass dies den Gastgebern im ersten Spiel unter ihrem neuen Coach Thomas Popiesch nicht gut tat. Die Pinguins wirkten nervös und verkrampft, nur 41 Sekunden nach dem Wiederanspiel fand die Scheibe zum zweiten Mal den Weg ins gegnerische Tor. Stefan Langwieder brach auf der rechten Seite selbstbewusst durch, den Querpass verwertete Austin Smith völlig frei vor dem Tor zum 2:0. Weitere fünf Minuten später erhöhte Konstantin Schmidt sogar auf 3:0, auch ihm wurde von der Bremerhavener Defensive großzügigen Freiraum gewährt. Eine halbe Minute zuvor hatten die Gastgeber den Anschlusstreffer auf dem Schläger, als Stefan Langwieder die Notbremse ziehen musste, Christian Rohde den fälligen Penalty aber parieren konnte.

Dass die Gastgeber knapp zwei Minuten vor der ersten Pause den 1:3 Anschlusstreffer erzielen konnten, war allerdings einer krassen Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespannes geschuldet. Gerade hatte Hauptschiedsrichter Markus Krawinkel eine Strafzeit gegen Stefan Langwieder angezeigt, Brian Roloff kam an die Scheibe und spielte diese die Bande entlang. Alle Spieler auf dem Eis drehten ab, wohlweislich dass just in diesem Moment das Spiel unterbrochen werden muss. Warum der Hauptschiedsrichter die bereits im Mund befindliche Pfeife nicht betätigte, war letztlich unerklärlich. Doch der Pfiff blieb aus, irgendwie kam der Puck dann in der allgemeinen Verwirrung zu Stiehler, der die Scheibe aus kurzer Distanz zum 1:3 in die Scheibe drosch. Selbst die Pinguins schienen sich zu wundern, warum dieser Treffer die Anerkennung fand. Hauptschiedsrichter Krawinkel erklärte auf Anfrage von Daniel Naud, dass Brian Roloff die Scheibe angeblich nicht berührt hatte. Die Videoaufzeichnung widerlegt dies und erklärt auch, warum Brian Roloff beim Hauptschiedsrichter protestierte. Die Folge für den Ravensburger Topscorer: Eine 10 Minuten Disziplinarstrafe.

Es war freilich keine Überraschung, dass die Gastgeber im Mittelabschnitt beim Tempo eine Schippe drauflegten und sofort Druck machten. Die Towerstars waren jetzt nicht mehr so konsequent in den Zweikämpfen und nach dreieinhalb Minuten traf Zucker prompt zum 2:3. Jetzt hatten die Pinguins das Momentum definitiv auf ihrer Seite und nur 47 Sekunden später war es Andrew McPherson, der vor dem Tor nicht energisch genug angegangen wurde und sogar seinen eigenen Nachschuss an Christian Rohde vorbeischieben konnte. 3:3, das Spiel startete quasi wieder von Null. Letztlich kam es im zweiten Abschnitt noch bitterer für die Ravensburger Cracks. Gerade als man sich wieder etwas besser ins Spiel zurückgekämpft hatte und durch Konstantin Schmidt und Brian Roloff zwei hochkarätige Möglichkeiten hatte, traf Miller mit einem Schlenzer über die Schulter von Christian Rohde zur 4:3 Führung für die Pinguins.

Schon früh im Schlussabschnitt mussten die Towerstars gar den fünften Gegentreffer schlucken, diesmal war es Kapitän Dejdar, der entschlossen zum Schuss ansetzte und Rohde wenig Abwehrchancen ließ. Jetzt wurde es freilich schwer für die Oberschwaben, sie kämpften sich allerdings aufopferungsvoll in die Partie zurück. Die Partie spielte sich jetzt mehr und mehr in der Hälfte der Hausherren ab, die Chancendichte auf Ravensburger Seite nahm zu. Kurz nachdem die erste Sturmreihe mit Konstantin Schmidt und Austin Smith quasi am leeren Tor vorbei bzw. drüber schlenzten, traf Smith acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit tatsächlich zum direkten Anschlusstreffer. Doch auch die Herausnahme des Torhüter brachte nichts mehr ein, es blieb letztlich beim 5:4 für Bremerhaven.

Zwei Tage haben die Oberschwaben jetzt Zeit, die bittere Niederlage und den Verlust von zwei Tabellenplätzen abzuschütteln, dann kommt am Sonntag der ESV Kaufbeuren in die Ravensburger Eissporthalle. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr, es gibt noch Karten an der Abendkasse.

0:1 07:41 Brandl (Kurz, Kapzan) , 0:2 08:22 Smith (Langwieder , Dück ) 0:3 13:56 Schmidt (Smith ), 1:3 17:47 Stiehler (6:5), 2:3 23:27 Zucker (Bombis , Stieler )   3:3 24:14 McPherson (Miller, Dejdar )  4:3 Miller (Slaton, Tiffels), 5:3 41:21 Dejdar (Miller , Teljukin), 5:4 51:56 Smith (Schmidt) Strafminuten: Bremerhaven 8 plus 10 Disz. Miller, Ravensburg 4 plus 10 Disz. Roloff plus 10 Disz. Keller, Zuschauer: 4422

Print Friendly, PDF & Email