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Towerstars geben Spiel im Schlussdrittel aus der Hand 

Strafzeiten und daraus resultierende Gegentreffer im Schlussabschnitt sorgten beim Gastspiel in Bad Nauheim für eine 3:6 Niederlage der Towerstars. Bitter war dies vor dem Hintergrund, da sie bis zur 25. Minute selbst mit 2:0 in Führung lagen und zwei Drittel lang taktisch sehr diszipliniert agierten.

Die Comebacks der zuletzt verletzten Verteidiger Pawel Dronia und Kilian Keller sowie von Topscorer Andreas Driendl kamen doch noch zu früh. Dementsprechend stand beim ersten Auswärtsspiel des neuen Jahres in Bad Nauheim das selbe Team auf dem Eis, wie zwei Tage zuvor gegen Deggendorf.

Dass die Gäste von Beginn an die Initiative ergriffen, überraschte freilich nicht. Bereits nach 50 Sekunden rutschte die Scheibe auch äußerst gefährlich am Tor von Jonas Langmann vorbei. Knapp eine Minute später stand ECBN-Topscorer Dustin Sylvester auf halblinker Position frei vor dem Ravensburger Tor, doch ihm versprang die Scheibe.

Nach knapp fünf Minuten hatten dann auch die Towerstars ihren Rhythmus gefunden und kamen durch Daniel Pfaffengut zu ihrer ersten guten Einschussmöglichkeit. Insgesamt ging das Spiel munter hin und her, ab der zweiten Hälfte des ersten Abschnitts wurde das Vorchecking immer effektiver und nach 10 Minuten stand auch prompt der erste Treffer für die Towerstars auf der Anzeigentafel. Daniel Pfaffengut bediente den vor dem Tor lauernden Kapitän Vincenz Mayer.

Das primäre Ziel, dem Gegner das Spiel aufzuzwingen, war schon einmal umgesetzt. Bad Nauheim brachte die Scheibe zwar ins Ravensburger Drittel, mit guter Zweikampfarbeit blieb das ohne Folgen. In der 15. Minute ging Robin Just allerdings zu rustikal den Gegenspieler an und kassierte eine Strafzeit. Die Ravensburger Unterzahlformation arbeitete gut und belohnte sich sogar mit einem Treffer. Robbie Czarnik schnappte sich einen gegnerischen Fehlpass mit Ansage, vernaschte zwei Gegenspieler samt Torhüter Felix Bick und schob knochentrocken zum 0:2 ein.

Die Towerstars starteten so selbstbewusst in den zweiten Abschnitt, wie sie das erste Drittel beendet hatten. Nach knapp drei Minuten gewannen aber die Roten Teufel spielerische Überhand und Jonas Langmann wurde wieder deutlich häufiger geprüft. In der 25. Minute war er allerdings machtlos, als Andrej Bires sich den Puck an der eigenen blauen Linie schnappte und nach entschlossenem Antritt mit einem platzierten Handgelenkschuss flach ins rechte Eck traf. Der Anschlusstreffer verlieh Bad Nauheim weiteren Schwung, auch in der Halle wurde die Atmosphäre deutlich lauter.

Die große Chance den 2-Tore Vorsprung wiederherzustellen, eröffnete sich den Oberschwaben zwischen der 33. und 35. Minute. Für 21 Sekunden konnten die Towerstars eine doppelte Überzahl aufziehen und das gegnerische Tor unter Beschuss nehmen. In einer unübersichtlichen Situation rissen die Towerstars schon jubelnd die Arme nach oben, doch das Tor war verschoben. Dies kontrollierten die Unparteiischen auch recht lange über den Videobeweis, der Treffer zählte nicht.

Ebenfalls in numerischer Überzahl waren die Towerstars auch in der Schlussminute des zweiten Spielabschnitts ganz nah am dritten Treffer dran. Der Puck war kurz vor der Pausensirene schon in Richtung Torlinie unterwegs, ein Bad Nauheimer Verteidiger konnte das Spielgerät gerade noch von der Linie kratzen. Mit 1:2 ging es in die zweite Pause, für Hochspannung im Schlussabschnitt war also gesorgt.

Bis zur 46. Minute ging die Partie munter hin und her, doch dann wurde Daniel Schwamberger eine Strafzeit wegen Stockschlags aufgebrummt. Der Druck der Roten Teufel war immens und prompt fand die Scheibe den Weg zum 2:2 Ausgleich ins Ravensburger Tor. Bitter: Es fehlten vier Sekunden, dann wäre die Strafe schadlos überstanden gewesen. Das Momentum war jetzt auf Seiten Bad Nauheims gekippt. Die Towerstars sahen sich vielfach tief in der eigenen Zone eingeschnürt. Weil die Hauptschiedsrichter in einer hitzigen Situation ein absichtliches Verschieben des Tores von Jonas Langmann gesehen haben wollten, folgte die nächste Strafzeit. Diesmal dauerte das Bad Nauheimer Powerplay ganze 16 Sekunden und mit dem 3:2 war das Spiel gedreht.

Knapp eine Minute später kam es zur nächsten nicht unumstrittenen Situation vor dem Ravensburger Tor. Jonas Langmann wurde durch einen gegnerischen Stock durch die Maske verletzt, trotz minutenlanger Behandlung konnte er das Spiel nicht fortsetzen. Für Backup Michael Boehm war die Situation alles andere als günstig. Er wurde durch einen abgefälschten und kurios ins Tor flatternden Schuss von Marvin Ratmann im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt erwischt. Ratmann erhöhte dreieinhalb Minuten später mit einer Einzelaktion durch das Ravensburger Drittel gar auf 5:2, das war freilich die Vorentscheidung.

Immerhin rackerten sich die Oberschwaben in der Schlussphase noch einmal ins Spiel zurück und als in der 56. Minute diesmal ein Bad Nauheimer Spieler auf der Strafbank weilte, verkürzte Daniel Pfaffengut entschlossen auf 5:3. Noch waren vier Minuten auf der Uhr und Coach Jiri Ehrenberger ging alsbald volles Risiko.

Nach einer Auszeit in der 56. Minute wurde das Bully gewonnen und sofort machte Michael Boehm einem sechsten Feldspieler Platz. Das Powerplay lief zwar gut, aber es gab kein Durchkommen mehr. Letztlich kam es knapp zwei Minuten vor Ende zu einem Puckverlust und mit dem Schuss ins leere Ravensburger Tor stellten die Hausherren durch Kahle den 6:3 Endstand her.

Da Frankfurt im Topspiel gegen Weißwasser nach Penaltyschießen gewann, beträgt der Vorsprung auf die Tabellenspitze noch 1 Punkt. Die Gelegenheit, diesen eventuell wieder auszubauen, gibt es am Sonntag um 18.30 Uhr. Dann sind die Heilbronner Falken zu Gast in der CHG Arena, die am Freitagabend im Derby gegen Bietigheim mit 6:5 n.P. die Oberhand behielten. Die Towerstars werden in diesem Spiel also auf einen selbstbewussten Gegner treffen und hoffen bei der direkten Verteidigung der Tabellenführung auf lautstarke und Unterstützung von den Rängen.

Tickets gibt es am Samstag von 10 bis 13 Uhr im Fanshop in der Marktstraße, allen VVK-Partnern von Reservix, online unter www.reservix.de oder zum jetzigen Stand auch noch an der Abendkasse.

0:1 09:59 Mayer (Pfaffengut), 0:2 15:26 Robbie Czarnik (4:5), 1:2 24:59 Bires, 2:2 47:19 Sylvester (Shevyrin, 5:4) , 3:2 49:10 Stiefenhofer (Shevyrin, 5:4), 4:2 51:15 Ratmann, 5:2 54:44 Ratmann, 5:3 55:54 Pfaffengut (5:4), 6:3 57:56 Kahle (Brandl, Empty net) Strafminuten: Bad Nauheim 16 Ravensburg 14, Zuschauer: 2580

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