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Stiftung Liebenau legt Jahresbericht vor 

LIEBENAU
Fachlich erfolgreich, menschlich bewegend, wirtschaftlich anspruchsvoll: Auf diesen Nenner lässt sich das Jahr 2013 für die Stiftung Liebenau und die mit ihr verbundenen Stiftungen, Stiftung Hospital zum Heiligen Geist (Kißlegg) und Stiftung Helios – Leben im Alter (Goldach, Schweiz) bringen. Insgesamt rund 6 600 haupt- und 2 500 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in Deutschland, Österreich, Bulgarien, Italien, der Schweiz und – seit 2013 neu – in der Slowakei für Menschen mit Hilfebedarf.

Leitlinie für das Stiftungshandeln in Liebenau ist das Wohl des einzelnen hilfebedürftigen Menschen in seiner jeweiligen Lebenssituation. Ziel ist, jeder Person eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und persönliche Autonomie zu ermöglichen – ob sie nun aufgrund schwerstmehrfacher Behinderungen auf umfassende Pflege angewiesen ist oder für ein ansonsten selbstständiges Leben flankierende Leistungen in Anspruch nimmt. Immer im Blick ist dabei das soziale Umfeld des Einzelnen.

Weiterentwicklung der Angebote
Daher entwickelt die Stiftung Liebenau ebenso wie ihre Schwesterstiftungen kontinuierlich neue Hilfeformen und -angebote. Mit 34,3 Mio. Euro investierte die Stiftung Liebenau deutlich mehr als im Vorjahr (25,1 Mio. Euro) in diese Entwicklungen. Im Jahr 2013 wurden an vier Standorten Neu- oder Ergänzungsbauten für Wohnen und Pflege für Senioren beziehungsweise für Menschen mit Behinderung eröffnet: in Wittenhofen im Deggenhausertal, in Bodnegg-Rosenharz, in Maikammer in Rheinland-Pfalz und in Oberhelfenschwil in der Schweiz. In Friedrichshafen-Ailingen, in Bad Grönenbach und in Bad Waldsee wurde mit dem Bau neuer Häuser begonnen. In Girlan in Südtirol übernahm die zum Stiftungsverbund gehörende Fondazione S. Elisabetta ein Zentrum für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. In der Slowakei, im Großraum Bratislava, ist die Stiftung Liebenau über die österreichische Casa – Leben im Alter, eine gemeinsame Gesellschaft mit der Caritas Wien, seit 2013 beteiligt an einer Altenhilfegesellschaft.

184 Einrichtungen und Dienste verzeichneten Ende 2013 die Stiftung Liebenau und ihre 100-prozentigen Tochtergesellschaften. Bei den Beteiligungsgesellschaften und sonstigen zugeordneten Rechtsträgern (Stiftungen, Vereine) waren es 102. Hinzu kommen 11 Einrichtungen und Dienste der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Insgesamt arbeiten diese drei Stiftungen und die ihnen zugeordneten Unternehmen mit 95 Kommunen in sechs europäischen Ländern in sozialen Aufgaben zusammen.

Um das bürgerschaftliche Engagement und die Stärkung der Zivilgesellschaft zu befördern, beteiligt sich die Stiftung Liebenau gezielt an der Gründung von Bürgerstiftungen in ihren Standortgemeinden. 2013 ist die Bürgerstiftung Deggenhausertal neu hinzugekommen. Gleichzeitig werden Fachleute für die sozialraumorientierte Quartiersarbeit ausgebildet. In Liebenau konnten Fachkräfte im Jahr 2013 erstmals eine spezielle Weiterbildung für Stiftungsmitarbeiter zu Netzwerkmanagern und Sozialraumassistenten absolvieren. Dieses Bildungsprojekt hatte die Stiftung Liebenau unter dem Namen LoVe (Lokale Verantwortung in kleinen Lebenskreisen) im deutschlandweit agierenden Netzwerk Soziales neu gestalten (SONG) mit entwickelt.

Einsatz für besonders schutzbedürftige Menschen
Im Gesundheitsbereich ist der Aufnahmedruck im Krankenhaus und im Sozialtherapeutischen Heim der St. Lukas-Klinik erneut gewachsen. Diese Entwicklung bestätigt, was die Verantwortlichen in Liebenau schon seit längerem thematisieren: Die politische Ausrichtung zu Inklusion und mehr Teilhabe hat neben allen positiven Aspekten auch zur Folge, dass ein wachsender Anteil der Menschen mit Behinderungen mit der für sie komplexer werdenden Welt und ihren Anforderungen nicht zurechtkommen. Sie benötigen dann kurz- oder längerfristig schutzgebende und fachliche Hilfe. Um das gesellschaftliche Bewusstsein dafür zu schärfen und zugleich eine Lobby für diese besonders schutzbedürftigen Personen und Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen zu schaffen, hat die Stiftung Liebenau Ende 2013 mit anderen großen Trägern der Hilfe für Menschen mit Behinderung den Verband „Die Initiative – Verband der Komplexeinrichtungen der Behindertenhilfe Baden-Württemberg“ gegründet.

Zum 31.12.2013 waren in der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter mit ihren Tochtergesellschaften und sonstigen zugeordneten Rechtsträgern rund 6600 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (berücksichtigt jeweils gemäß der Beteiligungsquote), etwa 200 mehr als 2012. Hinzu kommen rund 2 500 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie verbindet eine christlich fundierte Haltung gegenüber den betreuten Menschen, denen sie mit Respekt für ihre Autonomie, mit Empathie und Verständnis für ihre Individualität, Personalität und ihr Umfeld begegnen.

Gegenüber der verfassten Kirche positioniert sich die Stiftung Liebenau als ein lebendiger Teil der Kirche in der Nachfolge Jesu und setzt sich für ein Mitspracherecht der caritativen Einrichtungen bei der Ausrichtung von Kirche ein. Im Jahr 2013 fanden zu diesem Zweck erste Gespräche mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt.

Wirtschaftliche Herausforderungen
In wirtschaftlicher Hinsicht ist es der Stiftung Liebenau und ihren Schwesterstiftungen auch im Jahr 2013 gelungen, ein insgesamt ausreichendes Ergebnis zu erzielen, mit einem Umsatz von rund 289,9 Mio. Euro (Stiftung Liebenau) beziehungsweise rund 9,8 Mio. Euro (Stiftung Hospital zum Heiligen Geist) und rund 8,6 Mio. Euro (Stiftung Helios – Leben im Alter). Etliche Dienste sind jedoch nicht ausreichend refinanziert: zum Beispiel Hilfsangebote für Familien von Kindern mit Behinderung, Hospizarbeit für Erwachsene und Kinder, das Bulgarisch-Deutsche Sozialwerk sowie die Gemeinwesenarbeit in den Kommunen. Insgesamt zwei Mio. Euro aus Stiftungsmitteln hat die Stiftung Liebenau im Jahr 2013 zum Unterhalt dieser Angebote beigetragen. Außerdem flossen Spenden in Höhe von rund 540.000 Euro (davon rund 305.000 Euro Spenden an die Stiftung Liebenau, 235.000 Euro an ihre Tochtergesellschaften) in nicht ausreichend finanzierte soziale Projekte. Investitionskostenzuschüsse gewährten das Land Baden-Württemberg (Kommunalverband für Jugend und Soziales), die Aktion Mensch, die Deutsche Fernsehlotterie und die Glücksspirale.

Unter zunehmenden wirtschaftlichen Druck gerät auch das Berufsbildungswerk Adolf Aich – trotz steigender Auslastung und hoher fachlicher Anerkennung. Seit Jahren verschärfen sich die Förderbedingungen der Agentur für Arbeit für die Ausbildung und des Landes für die Schulförderung. Die Stiftung Liebenau setzt sich auf allen erreichbaren Ebenen für eine angemessene Refinanzierung der Ausbildung in Werkstätten und Berufsschulen ein. Für die Zielgruppe des Berufsbildungswerks, Jugendliche ohne Schulabschluss, mit Lernbehinderungen, psychischen Erkrankungen oder sozialen Schwierigkeiten, gibt es derzeit keine alternativen Fördermöglichkeiten. Sie drohen – trotz wirtschaftlichen Aufschwungs – zu Verlierern auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu werden.

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