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Preisgekrönter Fotograf zeigt Minenarbeiter 

„Es war eine ungesunde und harte Arbeit. Und doch haben die Männer sie mit Stolz erledigt.“ Nichts zu beschönigen hatte der walisische Fotograf Mervyn Pugh in seinem mit 55 Interessierten gut besuchten Vortrag zur Ausstellung über die letzten Arbeiter in den Kohleminen im britischen Königreich. Eingeladen hatte der Städtepartnerschaftsverein „Die Brückenbauer“.

Die erste Lokomotive weltweit fuhr mit Kohle aus dem Süden von Wales, zeigte Oberbürgermeister Daniel Rapp die Bedeutung des Bodenschatzes auf. Ihrer „Speckigkeit“ und der daraus resultierenden hohen Brennkraft wegen sei sie zu Recht der „Motor des British Empire“ geworden. Das Stadtoberhaupt zeigte sich bei der Ausstellung im Elisabethenkrankenhaus erfreut, mit Mervyn Pugh einen renommierten Fotografen im Schussental begrüßen zu können. Habe er doch „einen der höchsten Preise der Königin“ für die Porträts der Minenarbeiter bekommen.

Der so Geehrte bezeichnete es als Glücksfall, drei Hobbys zu haben, die er hervorragend miteinander verknüpfen kann: Städtepartnerschaften, Fremdsprachen zu lernen und die Fotografie. In beeindruckenden Bildern zeigt der ausgezeichnete Fotograf, wie unter Tage die Steinkohle abgebaut wurde. Zeigt er Kontrollgeräte wie Gaslampen, mit denen der Methangehalt der Luft im Stollen bestimmt wird, Atemschutzmasken, die für die Dauer von 20 Minuten das Überleben der Männer sicherten. Er zeigt, wie zwei Kumpel, angekettet an die mächtigen Stahlketten, die die Förderkäfige halten, auf dem Korb stehend die Wände des Schachtes überprüfen.

Mitreißend schilderte Pugh die Begegnungen mit seinen Protagonisten über und unter Tage, die trotz ihrer harten Arbeit ihren Humor nicht verloren haben. Die in großer Solidarität und Geschlossenheit der Schließung ihrer Mine durch die staatliche Bergbaugesellschaft trotzten. Mit einer Einlage von 8000 Euro pro Kumpel die Schürfrechte erwarben und sie als Kooperative weiterbetrieben. Die die Kalkulationen der Offiziellen Lügen straften und bereits zwei Jahre nach der Wiedereröffnung ein Viertel ihrer Investitionssumme erwirtschaften konnten. Die 13 Jahre lang im Tagebau die letzten Kohlereserven förderten.

Städtepartnerschaften haben nichts an Bedeutung verloren, hatte Claudia Maas-Holzhause eingangs betont. Auch wenn heute in Echtzeit Kontakte über Tausende von Kilometern hinweg gepflegt werden könnten, sagte die Vorsitzende der Brückenbauer, so bleibe vieles wirkungslos ohne die Menschen, die hinter den Partnerschaften stehen. Mervyn Pugh, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees aus Rhondda Cynon Taff, zählte für diese Ausstellung seinen 22. Besuch seit dem Jahre 1993 in Ravensburg, und auch seine Ehefrau Brenda erinnert sich an zahlreiche Begegnungen. Die vielfältigen Kontakte, die bei den Austauschprogrammen geknüpft werden, die Freundschaften, die dabei bestehen, zeigen Wirkung. Viele der Gäste kamen am Sonntag in die Ausstellung, „um Mervyn und Brenda zu sehen“.

Ravensburg ist den Städten Montélimar in Frankreich, Rivoli in Italien, Varaždin in Kroatien, Rhondda Cynon Taff in Wales und Coswig in Sachsen partnerschaftlich verbunden. Über den Gemeindeverband mittleres Schussental besteht darüber hinaus eine Partnerschaft mit Brest in Weißrussland.

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