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„Mut zu trauern heißt Mut zu leben“ 


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„Mut zu trauern heißt Mut zu leben“, sagte Christine Wienand, Katholische Schwangerschaftsberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben, bei der Eröffnung einer nicht ganz alltäglichen Ausstellung im Heilig-Geist-Spital. Dort zeigt das Schifra-Netzwerk Schwangerschaft Ravensburg noch bis 23. März die Fotoausstellung mit Begleitprogramm „Kinder, die das Leben streifen“ zu Fehl- und Totgeburt. Rund 70 Gäste kamen zu der Vernissage, der das Trio Noanca mit Carmen Hörberger (Akkordeon), Norbert Lauer (Geige und Bratsche) und Andreas Piesch (Kontrabass) einen stimmungsvoll-einfühlsamen musikalischen Rahmen verlieh.   

Nach dem Abschied von einem Kind, bevor dessen Leben richtig begonnen habe, machten sich oft Verzweiflung, Leere, vielleicht auch Schuldgefühle breit und die niemals wirklich zu beantwortende Frage nach dem Warum quäle, so Christine Wienand. Eine einfühlsame Begleitung könne hier für Betroffene hilfreich sein und genau dafür engagiere sich Schifra. In dem Ravensburger Netzwerk Schwangerschaft haben sich Beratungsstellen, Hebammen, das Frühförderzentrum MOBILE sowie Seelsorge und Trauerbegleitung zusammengeschlossen. „Wir möchten mit der Ausstellung der Trauer einen Raum geben und für die Thematik Fehl- und Totgeburt sensibilisieren“, so die Veranstalterinnen. Die in der Wanderausstellung gezeigten Bilder und Texte sind in der Zusammenarbeit von Caritas Schwangerschaftsberatung Biberach, betroffenen Frauen und dem Fotokreis der Volkshochschule Biberach entstanden. „Die Trauer um mein Kind ist Teil meiner Lebensgeschichte und sie begleitet mich“, sagte Iris Espenlaub, von der einige Texte in der Ausstellung stammen. „Sind wir noch normal? Wieso versteht uns kaum jemand? Wieso tun manche so, als ob unser Kind noch kein Mensch gewesen wäre?“, fasste sie ihre Hilflosigkeit in Worte – eine Hilflosigkeit, wie sie auch in anderen Ausstellungstexten zu spüren ist.

Das Thema Fehl- und Totgeburt sei fotografisch eine große Herausforderung gewesen, berichtete Dr. Herbert Köppen vom Fotokreis Biberach. Schritt für Schritt habe man sich gemeinsam und in engem Austausch mit den betroffenen Eltern der Trauergruppe diesem sehr emotionalen Thema angenähert. „Wir wollten Fotos machen, die berühren sollten“ – ein Ansinnen, das den Fotografen gelungen ist. Die Bilder und Texte vermitteln in ihrem Zusammenspiel Emotionen und sie zeigen Lebensgeschichten, die die Trauer um den Verlust des eigenen Kindes eint. Sie erzählen von Liebe, Schmerz, Verzweiflung und Hoffnung. Sie berühren, machen betroffen und sind zugleich voller Leben.

INFO: Die Ausstellung ist noch bis 23. März im Heilig-Geist-Spital zu sehen. Im Begleitprogramm zur Ausstellung liest Carsten Otte am 23. Februar, 20 Uhr, in der Buchhandlung RavensBuch in Ravensburg aus seinem Roman „Warum wir?“. Und am 2. März wird um 18 Uhr in der Kapelle im Heilig-Geist-Spital der Film „Sternenkinder“ gezeigt.

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