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Klosterfestspiele: Besucherzahlen bleiben trotz Wetter konstant 

WEINGARTEN
In zwölf sehr gut besuchten Vorstellungen sahen rund 5.000 Theaterbegeisterte die dritte Regiearbeit des Stuttgarter Regisseurs Christof Küster in Weingarten. Mit “Amadeus” von Peter Shaffer inszenierte Küster eindrucksvoll Aufstieg und Fall des musikalischen Wunderkinds Mozart aus der Perspektive des Hofkomponisten Salieri. Trotz schwierigen Wetterverhältnissen und drei Umzügen in den Regenspielort blieben die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr konstant. Da sich die Zahl der Gesamtsitze erhöhte, entspricht dies einer Auslastung von etwa 90 Prozent (Vorjahr 98 Prozent). Die Kinderstückpremiere “Tom Sawyer und Huckleberry Finn” in einer Inszenierung von Nadine Klante erschloss den Klosterfestspielen mit rund 700 Besuchern in drei Aufführungen eine neue Zielgruppe. Bereits in den nächsten Wochen beginnen die Planungen für die Spielzeit 2015. Ein zentrales Thema wird dabei die Standortfrage sein.

 Mit der bejubelten Derniere ist am Freitag, 23. August, die 15. Spielzeit der Klosterfestspiele zu Ende gegangen. Regisseur Christof Küster widmete sich mit “Amadeus” von Peter Shaffer dem Konkurrenzkampf zwischen dem musikalischen “Wunderkind” Wolfang Amadeus Mozart und dem Hofkomponisten Antonio Salieri und damit zwischen Genie und Mittelmaß. Unter seiner Regie brachte das zehnköpfige Ensemble in einer fulminanten Inszenierung Genialität und Wahnsinn Wolfgang Amadeus Mozarts und dessen Aufstieg und Fall am Wiener Hof eindrucksvoll und zugleich tragisch auf die Bühne. Die Fähigkeit, Qualitätsanspruch und Unterhaltung miteinander zu verbinden, stellte Küster auch in diesem Jahr unter Beweis und konnte das anspruchsvolle Theaterpublikum einmal mehr überzeugen. Zur durchweg positiven Publikumsresonanz trug neben der hervorragenden Ensembleleistung und der stimmigen musikalischen Untermalung, auch das aufwändige Bühnenbild in Form eines Flügels bei, dessen Verwandlungsfähigkeit für Kurzweil und überraschende Effekte sorgte.

Spontangäste fehlen
Nach der Rekord-Saison 2013, bei der alle zwölf Aufführungen der Klosterfestspiele im Freien stattfinden konnten, machte sich in diesem Jahr das wechselhafte Wetter bemerkbar. “Während wir in den ersten beiden Staffeln die Vorjahrsauslastung halten konnten, hatten wir in der letzten Woche leichte Einbrüche. Die Spontangäste, die sich aufgrund von Empfehlungen und gutem Wetter für einen Festspielbesuch entscheiden, haben in diesem Jahr gefehlt”, so die Geschäftsführer Rainer Beck und Günter Staud. Von den zwölf Aufführungen von Amadeus wurden witterungsbedingt drei ganz oder teilweise in den Regenspielort verlegt. Erstmals seit Bestehen der Klosterfestspiele gab es auch einen Rück-Umzug vom Regen- an den Freilichtspielort, und zwar bei der Frühveranstaltung am Mittwoch, 13. August. Angesichts der unsicheren Witterung in der Spielzeit 2014 hat sich das erstmals angebotene Kulturzelt bereits jetzt als gute Alternative zum bisherigen Regenspielort in der Aula der Pädagogischen Hochschule erwiesen. Aufgrund der erweiterten Kapazität mussten keine Gäste nach Hause geschickt werden. Auch die Sicht- und Hörverhältnisse waren dank der erhöhten Bühne und der akustischen Verstärkung besser als am bisherigen Regenspielort.

Dass die Besuchszahlen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben sind, ist für die Veranstalter auch ein Indiz dafür, mit der Stückauswahl und der Inszenierung des Stuttgarter Regisseurs Christof Küster den Geschmack des Festspielpublikums getroffen zu haben. “‘Solange es solche Theater gibt, ist Deutschland nicht verloren’ – diese Aussage des Hamburger Abendblatts über Christof Küsters Arbeit können wir nur unterstreichen. Küster kann es einfach!”, sind sich der Erste Vorsitzende des Fördervereins Prof. Reinhold Schmid und die beiden Geschäftsführer der Klosterfestspiele Weingarten GmbH Rainer Beck und Günter Staud einig. Gleichzeitig dankten sie dem Festspielpublikum sowie allen Mitwirkenden, die durch ihr Engagement vor und hinter der Bühne sowie als Sponsoren, Bewirtende und ehrenamtliche Helfer zum Erfolg der diesjährigen Festspiele beigetragen haben. Auch Regisseur Christof Küster zieht ein positives Fazit. “Es hat mich gefreut wie begeistert das Publikum trotz der wenig sommerlichen Temperaturen die Inszenierung aufgenommen hat. Mozarts Musik und die Basilika: Das passte ganz wunderbar zusammen”, so Küster.

Kinderstück begeistert junges und junggebliebenes Publikum
Wer hat nicht schon von ihnen gehört und gelesen, den beiden Lausbuben aus Mark Twains Jugendbuchklassiker “Tom Sawyer und Huckleberry Finn”, die am Ufer des Mississippi ihr Unwesen treiben. Nicht nur die jugendlichen Gäste, auch die erstaunlich große Zahl an erwachsenen Besuchern hielt beim Mord auf dem Friedhof des kleinen Örtchens St. Petersburg den Atem an. Dass am Ende der Richtige bestraft wurde und auch sonst alles gut ausgegangen ist, wurde vom Publikum begeistert gefeiert. Die drei Aufführungen des vierköpfigen Ensembles um die Stuttgarter Regisseurin Nadine Klante sahen rund 700 kleine und große Besucher und waren von der turbulenten und zugleich einfühlsamen Inszenierung auf dem Martinsberg begeistert. Die positiven Resonanzen machen Hoffnung auf eine Fortführung im kommenden Jahr.

Nach den Festspielen ist vor den Festspielen
Bereits in den kommenden Wochen werden sich die Festspielverantwortlichen mit der Programmplanung für die Klosterfestspiele 2015 befassen. Ein klares Bekenntnis sprechen die Geschäftsführer, Rainer Beck und Günter Staud, gegenüber Regisseur Christof Küster aus. Zunächst wird die Geschäftsführung jedoch die Standortfrage beschäftigen. Auslöser war das Ansinnen der Akademie bezüglich eines künftigen Spielortwechsels. Der Stiftungsrat der Klosterfestspiele Weingarten GmbH hat die Geschäftsführung beauftragt, mit dem Land als Eigentümerin des Martinsbergs sowie den unterschiedlichen Nutzern Gespräche aufzunehmen. Hierzu soll nach Ende der Spielzeit im Herbst ein erster Runder Tisch mit allen Akteuren stattfinden. Ziel ist ein von allen Seiten getragener Konsens zur Spielortfrage, der einen nachhaltigen Bestand der für Weingarten bedeutenden Klosterfestspiele auf dem Martinsberg sichert.

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