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Kitas als Schwerpunkt des Etats 

Der Etat der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Ravensburg steht. Er sieht für 2016 laufende Ausgaben im Verwaltungshaushalt von 11,2 Mio. Euro sowie Investitionen im Vermögenshaushalt von 723.000 Euro vor. Mehr als 70 Prozent des Budgets bzw. circa 8 Mio. Euro fließen in die 18 Kindertagesstätten. „Das ist eindeutig der Schwerpunkt des übergemeindlichen Engagements der katholischen Kirche in Ravensburg“, erläutert Gesamtkirchenpfleger Jörg Riquartz das Zahlenwerk. Verabschiedet wurde das Budget vom Gesamtkirchengemeinderat, in den jede der 13 Kirchengemeinden Vertreter entsendet.

In der Katholischen Gesamtkirchenpflege, die während des Baus des zentralen Hauses der katholischen Kirche neben der Liebfrauenkirche, für rund zwei Jahre in der Gartenstraße 99a ihren Standort hat, laufen auch die Fäden für die katholischen Kindertagesstätten zusammen. In ihnen betreuen derzeit etwa 150 Fachkräfte in 48 Gruppen mehr als 800 Kinder. Allein die Personalkosten hierfür betragen mit 6,7 Mio. Euro. Von den 8 Mio. Gesamtausgaben übernimmt die Stadt 6,4 Mio. Euro (ca. 80 %), die wiederum teilweise vom Land Baden-Württemberg finanziert werden. 1,1 Mio. stammen aus Elternbeiträgen (einschließlich Mittagessen) und rund 359.000 Euro übernimmt die Kirche.

„Die katholische und evangelische Kirche beteiligen sich an den Gesamtkosten ihrer Einrichtungen“, betont Riquartz. Dazu zählen Beträge für Mitarbeiter-Fortbildung, Spielmaterial, Inventar und Außenspielgeräte sowie anteilige Investitionskosten und der Unterhalt der kirchlichen Kindergartengebäude. Letztgenannter Punkt ist ein heißes Eisen, denn alle Kindergartenträger in Ravensburg haben jüngst den Sanierungsstau der Einrichtungen auf ca. 8,5 Mio. Euro beziffert.

Herausragendes Beispiel für das Engagement der katholischen Kirche in diesem Feld sei die Investition von einer Mio. Euro im Familientreff Momos Welt in der Weststadt, wovon Stadt und Kirche je die Hälfte übernehmen. Bei Momos Welt handele es sich um einen wichtigen Anlaufpunkt für Kinder und Familien sowie Bürger aller Kulturen und Generationen in der Weststadt. Auch diese Bauinvestition sieht Jörg Riquartz ganz im Sinne des Rates vom einstigen Weissenauer Pfarrer Johannes Paris, „in Menschen und nicht in Steine zu investieren“.

Dies wird auch bei den Ausgaben im Stellenplan deutlich: Mit 6,6 Mio. Euro fließen mehr als 90 Prozent der gesamt 7,3 Mio. in die Kindergärten. Zweitgrößte Position ist die Gesamtkirchenpflege mit knapp 490.000 Euro. Den zehn Mitarbeitern in der Gesamtkirchenpflege kommt dabei u.a. die Aufgabe einer Schaltstelle zwischen Diözese und Kirchengemeinden zu. Hierzu zählt die Beantragung von Investitionsmitteln für die Gebäudeunterhaltung, das Gebäudemanagement wie Pfarr- und Gemeindehäusern, Kindergärten und Mietobjekten, die Finanz- und Personalverwaltung.

Kirchensteuergelder für Kirchengemeinden
Außerdem vermittelt das Verwaltungszentrum die Kirchensteuergelder entsprechend eines Verteilungsschlüssels an die 13 Kirchengemeinden mit ihren insgesamt etwa 26.600 Mitgliedern. Dies reicht von der 67 Katholiken zählende Gemeinde Eggartskirch, die jährlich etwa 12.000 Euro aus Kirchensteuern erhält, über St. Johann Baptist Obereschach (125.000 Euro) und Dreifaltigkeit (184.000 Euro) bis zur 5.700 Mitglieder zählenden Liebfrauengemeinde mit einem Kirchensteuervolumen von 283.000 Euro. Die Steuergelder decken zusammen mit Spenden, Kollekten und sonstigen Einnahmen die Kosten für die Mitarbeiter und Gebäude der jeweiligen Kirchengemeinden ab. Die pastoralen Angestellten wie Pfarrer, Pastoral- und Gemeindereferenten sowie Diakone werden direkt von der Diözese bezahlt.

Investitionen in Kirchen und Kapellen
Auch bei den Investitionen kommen die drei Seelsorgeeinheiten Mitte, Süd und West gleichermaßen zum Zuge, stellt der Gesamtkirchenpfleger fest. Während 2015 den Mammutanteil noch für das zentrale Haus der katholischen Kirche budgetiert worden waren, fallen hierfür im laufenden Jahr lediglich noch 490.000 Euro der insgesamt 2,3 Mio. an. Als weitere Projekte nennt Riquartz neben Momos Welt auch die Generalsanierung der Kapelle in Mariatal mit veranschlagten 922.000 Euro, den zweiten Abschnitt der Außenrenovation der St. Isidor Kirche in Eggartskirch mit 68.500 Euro, die Kapelle St. Georg in Untereschach mit gut 87.000 Euro und die Herz Jesu-Kapelle in Kemmerlang mit 65.000 Euro. Für 2017 habe er jüngst bei der Diözese für fünf Vorhaben 4,4 Mio. Euro beantragt – unter anderem für die dringend notwenige Generalsanierung des Gemeindezentrums Dreifaltigkeit in der Weststadt. Wie viel letztlich bewilligt werde und wie viel die einzelnen Gemeinden dann aufbringen müssten, sei allerdings noch offen.

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