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Kinder und Eltern gut betreut 

MECKENBEUREN
Die neue Tagesklinik der Stiftung Liebenau steckt voller Leben und Fröhlichkeit. Kinder spielen, musizieren, malen, essen gemeinsam, dürfen sich zurückziehen und erleben Unterstützung in vielen Bereichen. Genau deswegen sind sie hier. Denn diese Kinder haben eine geistige Behinderung oder kognitive Einschränkung, und sie sind zusätzlich psychisch erkrankt. Die Stiftung Liebenau hat in der St. Lukas-Klinik für solche Kinder und Jugendliche im September eine Psychiatrische Tagesklinik eröffnet und seither rundum positive Erfahrungen mit dieser in Oberschwaben einzigartigen Einrichtung gemacht.

Wirksame Hilfe

Andreas M. (Name geändert) ist eines dieser Kinder. Der 13-Jährige lebt schon seit vielen Jahren in einer liebevollen Pflegefamilie und hat eine leichte geistige Behinderung. In jüngster Zeit gab es zunehmend Probleme: Er zeigte starke Stimmungsschwankungen, wirkte oft depressiv, war andererseits in der Schule impulsiv und aggressiv. Dies passte zwar zum Beginn der Pubertät – und war doch nicht stimmig. Die Pflegeeltern waren stark gefordert, wandten sich an die Stiftung Liebenau und stellten nach einer achtwöchigen Diagnose- und Therapiezeit in der neuen Tagesklinik glücklich fest: „Der Junge ist viel offener, ruhiger und ausgeglichener geworden.“

Intensive Begleitung

Jeden Morgen kam Andreas in die Tagesklinik, verbrachte den Tag gemeinsam mit sieben weiteren jungen Patienten, erlebte Musik-, Kunst- und Einzelpsychotherapie, besuchte die angegliederte Schule und wurde von den Mitarbeitenden des multiprofessionellen Teams in vielerlei Hinsicht begleitet. Am Nachmittag kehrte er wieder nach Hause zurück. Denn die Tagesklinik ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche, bei denen ein vollstationärer Aufenthalt nicht unbedingt erforderlich ist. Sie bleiben mit ihrer vertrauten Umgebung verbunden. Zugleich können sie – im Gegensatz zu einer ambulanten Therapie – über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv begleitet werden. Dies ist oft notwendig. „Um den guten Grund für das Verhalten eines Kindes zu finden, bedarf es viel Beobachtung“, sagt Katharina Kraft, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Familiäre Atmosphäre

Sie hat mit dem gesamten Team eine schöne Erfahrung gemacht: „Die Kinder kommen gerne hierher. Sie kommen fröhlich an. Sie strahlen wirklich aus, dass sie sich angenommen fühlen“, berichtet die Leitende Oberärztin Elisabeth Föll. „Es herrscht eine familiäre, lockere und entspannte Atmosphäre bei uns. Wir sind ein motiviertes Team, dessen Kompetenz, Kreativität und Humor sich auf die Kinder und Eltern überträgt.“ Die freundlich gestalteten Räume unterstreichen dies: Der zentrale, großzügige Gruppenraum vermittelt ein Gefühl von Offenheit und Weite. Viele Nischen und Nebenräume bieten wiederum Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten. Acht Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 15 Jahren können aufgenommen werden. Bisher blieben sie zwischen vier und acht Wochen in der Tagesklinik und kamen aus der Region zwischen Biberach, Allgäu und Bodensee.

Kraft für den Alltag schöpfen

Bei Andreas hat sich im Laufe des Diagnostikverfahrens herausgestellt, dass seine sozio-emotionale Entwicklung auf dem Stand eines vier- bis siebenjährigen Kindes anzusiedeln ist. Dies erklärt, warum es in der Gruppe zu Konflikten kommt und warum er sich mit den Veränderungen durch die Pubertät schwer tut. „Er ist wie ein 5-Jähriger im Körper eines 13-Jährigen“, erklärt seine Pflegemutter. Sie ist begeistert „von der Einrichtung und dem tollen Team“. Andreas hat gelernt, seine Emotionen wahrzunehmen und zu erkennen. Er hat das Schreiben, Malen und Trommeln für sich entdeckt und kann damit seine Stimmung verbessern. Auch in der Schule kommt er wieder gut zurecht. „Er konnte in der Tagesklinik zur Ruhe kommen und Kraft für den Alltag schöpfen“, sagt seine Pflegemutter.

Rückhalt für die Eltern

Auch sie selbst hat viel profitiert von den Angeboten für die Eltern. Jeden Freitag sind sie zum Elterncafé eingeladen. Es wird mit Aktionen für die ganze Familie einschließlich Geschwisterkindern gestaltet und lässt viel Gelegenheit zum Austausch untereinander. Darüber hinaus gibt es individuelle Gespräche und die Möglichkeit, an einer Elternschule teilzunehmen. „Wir bekommen viele Rückmeldungen, dass sich die Eltern hier wertgeschätzt, verstanden und bedingungslos akzeptiert fühlen“, sagt Chefärztin Katharina Kraft. Die Pflegemutter von Andreas bestätigt dies: „Wir wurden mit allen Fragen ernst genommen. Wir haben viele Gespräche mit der Ärztin geführt und gute Anregungen für den Alltag bekommen. Und wir wissen jetzt, dass wir jederzeit wiederkommen können.“

 

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