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Jugend macht Theater im Theater Ravensburg 

Vor allem die Vielfalt der Beiträge beeindruckte. Zum vorgegebenen Thema „UNGEHEUER“ spielten am Mittwochabend [oder: am 16. Mai] fünf Theatergruppen ihre darstellerischen Stärken aus. Der aktuelle Club 2 am Theater Ravensburg erzählte mit „Berlin ’61“ die Geschichte zweier Verliebten, die durch den Mauerbau in Berlin im Jahr 1961 plötzlich voneinander getrennt waren. Spielerisches Sprechtheater in Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte. Das Ungeheuer war sowohl die liegenden Bockleitern schwer zu überwindende Mauer wie auch die Erfahrung der Trennung. „Ungeheuer saftig“ hieß das Stück des Theaterprojekts der Geschwister-Scholl-Schule aus Weingarten. Dabei schlüpften die Jugendlichen mit viel Witz und Charme in Rollen wie die des Vampirs und seiner Köchin, deren Tomatensaft ihm anfangs gar nicht schmecken will. „Was weg ist, ist weg“ der Leopoldschule Altshausen basierte auf der Idee, auf einer Müllhalde die Kehrwoche einzuführen. In diesem Beitrag überzeugten die Spielfreude der Darsteller und die großartigen mit Licht und Folie erzeugten Traumbilder von Ungeheuern.

Bei der Vorbereitungsklasse der Gemeinschaftschule Kuppelnau standen acht Nationen auf der Bühne. Yasmina und Antonio erzählten vorab, dass sie in ihrer Heimat Rumänien und Bosnien nie Theater gespielt hatten – und wieviel Spaß es ihnen nun macht. Und dass sie dabei auf spielerische Weise Deutsch lernen, ist ein toller Nebeneffekt. In ihrem Stück drehten sie den Spieß einfach mal um: In „Anders ist Normal” war ein deutsches Mädchen mal die Fremde in der Klasse, die sich ungeheuer schwer tut und kaum Anschluss findet. Ihre Integration in die Klasse gelingt erst dann, als die „normalen“ Jugendlichen auch ihre eigenen Schwächen zugeben und so eine Brücke zu der Neuen aufbauen. „Biedermann und die Brandstifter“ war eine spielerische Interpretation des Theater-Klassikers von Max Frisch am Start. Dabei erzählte die Theater-AG des Albert-Einstein-Gymnasiums die ungeheure Geschichte, wie sich ein Unternehmer auf offensichtliche Brandstifterinnen einlässt. Dass sie ihm unverblümt die Wahrheit sagen, sie wollen sein Haus abfackeln, hält der selbstüberzeugte wie auch naive Biedermann für einen großen Witz – bis zum bitteren Ende. Die Erkenntnis: “Nichts ist ungeheurer als der Mensch.”

Den musikalischen Rahmen gestaltete mit feinen Klängen und coolen Rhythmen „The Midnight Sessions“, eine Band der Musikschule Ravensburg. Moderiert wurde der Abend von dem Theaterpädagogen Bodo Klose, der mit den Jugendlichen vor oder nach ihren Beiträgen Gespräche führte. Darin erfuhr das Publikum im vollen Theatersaal Interessantes und Lustiges über die DarstellerInnen, über ihre Proben und Stücke. Jakob Claasen vom Welfen-Gymnasium erzählte, wie er im Kunstunterricht auf die Idee „UNGEHEUER“ und dessen Ausgestaltung für das gelungene „Jugend macht Theater“-Plakat kam. Und so beeindruckte die Vielfalt der mitwirkenden Jugendlichen wie auch ihrer Beiträge. Resümee einer Besucherin: „Ein schöner, berührender Abend!“

HINTERGRUND
Seit 2008 veranstaltet das Kulturamt der Stadt Ravensburg in Zusammenarbeit mit dem Theater Ravensburg „Jugend macht Theater“. Dabei entwickeln Theatergruppen an Schulen, bildenden und kulturellen Einrichtungen Stücke zu einem gemeinsamen Thema und bringen diese auf die Bühne des Theaters Ravensburg. Die Jugendlichen erhalten so die Möglichkeit sich kennenzulernen, sich über ihre Ideen auszutauschen und ihre Stücke auf einer professionellen Theaterbühne einem größeren Publikum vorzustellen.
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