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Integration durch Ausbildung 


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WEINGARTEN
Die zweite Tischmesse der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben für Ausbildungsbetriebe und Flüchtlinge in der Region Ravensburg fand große Resonanz

Weingarten – Im Foyer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) in Weingarten herrschte buntes Treiben: Rund 25 Ausbildungsbetriebe und Einrichtungen aus dem Landkreis Ravensburg präsentierten sich im Rahmen einer Tischmesse, um jungen Geflüchteten ihr Praktikums- und Ausbildungsangebot vorzustellen. Und diese kamen in großer Anzahl, häufig in Begleitung von ehrenamtlichen Paten oder Sprachlehrern. Auch Dolmetscher standen für die Kommunikationsvermittlung bereit. „Das bunte Sprachengewirr ist einfach faszinierend“, schwärmte Fritz Schreiber, der zwei junge Syrer begleitete.

Die Flüchtlinge seien über Lehrer, Schulen und Volkshochschulen, Asyl- und Helfergruppen sowie andere Multiplikatoren erreicht und auf das Messeangebot aufmerksam gemacht worden, berichteten Claudia Bissinger und Isabell Wagner, Organisatorinnen der Tischmesse bei der IHK. Sie freuten sich, dass die zweite Tischmesse in Weingarten wieder eine so positive Resonanz sowohl seitens der Aussteller als auch seitens der Besucher verzeichnet habe. „Auch Ehepaare und Familien waren mit dabei“, berichteten sie.

„Jetzt verstehe ich endlich, was mit dualer Ausbildung gemeint ist“, freute sich der 22-jährige Abu aus Syrien. Er hatte wie viele andere im Rahmenprogramm der Tischmesse den Kurzvortrag von Markus Brunnbauer, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Ausbildung, über das deutsche duale Ausbildungssystem gehört. Auch Informationen zu Integrationsperspektiven für Flüchtlinge durch Ausbildung, zu Förderprogrammen und Unterstützungsangeboten sowie zur Möglichkeit einer Teilqualifikation als Berufskraftfahrer erhielten die Messebesucher in Kurzvorträgen. Neben den regionalen Unternehmen waren die Agentur für Arbeit, Jobcenter und Handwerkskammer Ulm (HWK), das Institut für Soziale Berufe, die Oberschwäbischen Werkstätten & Integrationswerkstätten, die Anerkennungsberatung INVIA sowie IHK- und HWK-Ausbildungsberater vor Ort.

Die Branchenvielfalt der ausstellenden Unternehmen begeisterte die Besucher. Handwerks- und Gastronomiebetriebe, Mittelständler und Global Player waren vertreten. „Ich will arbeiten oder eine Ausbildung machen, darum bin ich hier“, sagte Mohammed aus Ghana, der seit fast einem Jahr in Oberschwaben lebt. Er hatte sich am Tisch der Ravensburger AG über Ausbildungsmöglichkeiten informiert. „Hier gibt es Berufe, von denen habe ich noch nie gehört“, staunte die 20-jährige Fatma aus Afghanistan.

Erfreut über das große Interesse seitens der Geflüchteten war Ursula Kälberer, Senior Business Partner Human Ressources von VETTER. Vor allem die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten bei VETTER seien gut angekommen – auch bei den Begleitpersonen. Dass Integration in dem Welt-Pharmaunternehmen bestens gelingen kann, zeigte die Syrerin Ola Bongha, die seit drei Jahren bei VETTER arbeitet. „Ich fühle mich sehr wohl, werde akzeptiert und habe nette Arbeitskollegen“, sagte sie.

Von erfolgreichen Messekontakten berichteten auch Werner Leser, Lehrlingswart der Bäckerei Innung Ravensburg, und Ewald Wasner, Nachwuchsförderung und Willkommenslotse der Handwerkskammer Ulm. „Wir brauchen dringend Nachwuchsfachkräfte – sowohl in der Backstube als auch im Verkauf“, so Leser. Die Tischmesse biete nicht nur eine gute Gelegenheit, Geflüchtete auf die Berufs- und Karrieremöglichkeiten im Bäckerhandwerk zu informieren, sie leiste durch den Austausch mit Begleitern und Paten, Unternehmens- und Kammerkollegen auch einen wichtigen Beitrag in Sachen effektiver Netzwerkarbeit, betonte Wasner.

Die Messeteilnahme habe sich gelohnt: Von bislang 13 unterschiedlichen Kontakten zur Messehalbzeit seien zumindest fünf sehr interessant und vielversprechend, berichtete Martin Tetzel, Personal, von der DreBo Werkzeugfabrik GmbH in Altshausen. DreBo sei auf der intensiven Suche nach Maschinenanlageführern und Fachkräften für die Bereiche Logistik und Lager. Die Präsenz vor Ort habe sich gelohnt.

Zum ersten Mal bei der IHK-Tischmesse mit dabei war die Oberschwabenklinik (OSK). „Wir hatten vielfältige Kontakte und Nachfragen“, berichtete Tanja Schlachter, Referentin Personalgewinnung. Die Messebesucher seien nicht selten überrascht gewesen, welche zahlreichen Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege biete. Die Ausbildungen zum Operationstechnischen beziehungsweise Anästhesietechnischen Assistenten beispielsweise seien vielen bislang unbekannt. Für Kontakte zu künftigen Fachkräften sei die Tischmesse daher ideal.

Dies bestätigte auch Uwe Trantow, der für eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker oder Zweiradmechatroniker bei der Rolf Gölz Fahrräder GmbH in Bad Waldsee warb. Das Unternehmen hat bereits zwei Geflüchtete in Ausbildung, einer von ihnen hat bereits seinen Abschluss. „Wir suchen dringend weitere Auszubildende und hatten hier auf der Messe zwei bis drei wirklich aussichtsreiche Kontakte“, freute sich Trantow.

Die Resonanz der ausstellenden Firmen war durchweg positiv. Sie seien von der Tischmesse sehr angetan, da diese niederschwellige, zielgruppenorientierte und unkomplizierte Kontaktmöglichkeiten zur Fachkräfteakquise biete.

 

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