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Wirtschaft und Business

Gründungs- und Nachfolgereport Bodensee-Oberschwaben

Bild: Kim Enderle

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht die IHK einen Report zum Gründungs- und Nachfolgegeschehen in der Region, um die Bedeutung erfolgreicher Existenzgründungen für die Wirtschaftsregion zu untersuchen und darzustellen. „Neugründungen und Übernahmen von Unternehmen durch Nachfolgerinnen und Nachfolger setzen Anreize für etablierte Unternehmen, besser zu werden und ihre Marktposition zu halten, schaffen neue Arbeitsplätze und tragen maßgeblich zu neuen und innovativen Produkten und Dienstleistungen bei. Wir haben uns über die Jahre als gründungsdynamische Region etabliert und wir als IHK wollen durch unsere Unterstützungsangebote dazu beitragen, dass dies auch künftig so bleibt. Darin liegt eine unserer vielen Stärken“, erklärt Jürgen Kuhn aus dem Geschäftsbereich Unternehmensförderung und Regionalentwicklung der IHK.

Der Report bietet Interessierten sowie politischen Entscheidungsträgern einen Überblick über die Gründungs- und Nachfolgesituation in der Region Bodensee-Oberschwaben, die sich aus dem Bodenseekreis und den Landkreisen Ravensburg und Sigmaringen zusammensetzt und sich als gründungsdynamischer Wirtschaftsraum etabliert hat.

Die IHK sieht als eine ihrer wichtigen Aufgaben, Existenzgründerinnen und Existenzgründern mit ihren Service-Angeboten zur Seite zu stehen, um ihnen bei der Realisierung ihrer Selbstständigkeit – ob als Neugründung oder als Übernahme – behilflich zu sein.

Die Gründungsintensität des Jahres 2021, definiert als die Anzahl der Neugründungen je 1.000 Einwohner, liegt in der Gesamtregion mit 7,0 genau gleich hoch wie in Baden-Württemberg. Im Landkreis Ravensburg liegt die Gründungsintensität jedoch mit 6,7 etwas niedriger als im Landkreis Sigmaringen (7,0) und im Bodenseekreis (7,5).

Ausgehend vom Jahr 2017 erfolgten im vergangenen Jahr in der Region 13,5 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen. Dieser Wert übertrifft jenen Baden-Württembergs um glatte 2 Prozent. Kombiniert mit einer sinkenden Tendenz an Gewerbeabmeldungen zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung des Überschusses der Gewerbeanmeldungen gegenüber den Gewerbeabmeldungen in den Jahren 2017 bis 2021.

Die Jahre 2017 bis 2021 waren in Baden-Württemberg, in der Region sowie in den drei Landkreisen der Region geprägt von steigenden Neugründungszahlen. Was den prozentualen Anteil der Nebenerwerbsgründungen an allen Neugründungen der Jahre 2017 bis 2021 anbelangt, zeigt sich für das Jahr 2021 ein neuer Höchstwert in der Region, denn noch nie erfolgten so wie zuletzt über 65 Prozent aller Neugründungen im Nebenerwerb.

In den Jahren seit 2017 sind in der Region bislang nie wieder so viele Übernahmen erfolgt wie im Jahr 2017 mit 495. Die IHK erwartet jedoch eine steigende Zahl erfolgender Übernahmen für die kommenden Jahre.

Der aktuelle Gründungs- und Nachfolgereport für die Region Bodensee-Oberschwaben, in welchem auch das umfangreiche Service-Angebot der IHK im Bereich Existenzgründung und Unternehmensnachfolge vorgestellt wird, steht unter www.ihk.de/bodensee-oberschwaben, Nr. 5581600, zur Verfügung.

Infobox: Ergebnisse des vorliegenden Reports:

  • Von den im Jahr 2021 in Baden-Württemberg erfolgten Neugründungen wurden 62,9 Prozent im Nebenerwerb realisiert. In der Region Bodensee-Oberschwaben erfolgten im Jahr 2021 sogar 65,1 Prozent aller Neugründungen im Nebenerwerb, der höchste bislang erreichte Wert.
  • In den Jahren 2017 bis 2021 ergab sich für Baden-Württemberg, für die Region sowie für die drei Landkreise der Region (mit einer Ausnahme) stets ein Überschuss der Gewerbeanmeldungen gegenüber den Gewerbeabmeldungen.
  • Die Anzahl der Unternehmensübernahmen hat sich in der Region in den vergangenen Jahren stabil bei zwischen 400 und 500 pro Jahr eingependelt.
  • Während das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn für die Jahre 2018 bis 2022 für Deutschland 150.000 Unternehmensnachfolgen prognostizierte, davon 21.700 in Baden-Württemberg, steigt diese Zahl in den Jahren 2022 bis 2026 auf bundesweit 190.000, davon 27.300 in Baden-Württemberg.
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