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“Gründerkultur fördern und nachhaltig etablieren” 

WEINGARTEN
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Start Up Stories – Studierst du noch oder gründest du schon?“ war die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zu Gast an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, um sich über das Gemeinschaftsprojekt „GROW – Go youR Own Way“ zu informieren. Für das Projekt haben sich die drei Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Biberach und Ravensburg-Weingarten im Jahr 2016 zusammengeschlossen, um eine lebendige Start-up-Kultur in Oberschwaben und der Bodenseeregion zu fördern. Im Mittelpunkt der Gespräche am Abend standen zwei Fragen: Wie können gründerinteressierte Studierende noch stärker unterstützt werden? Und wie kann eine Gründerkultur nachhaltig in der Region und in Baden-Württemberg etabliert werden?

„Hochschulen sind das beste Umfeld, um Neues auszuprobieren und neues Wissen in die Welt zu tragen. Ihre Start-ups und Initiativen zeigen, dass Gründung auch im ländlichen Raum funktioniert. Das müssen wir noch stärker hervorheben, Dezentralität ist die Stärke unseres Bundeslandes“, betonte die Wissenschaftsministerin in Weingarten. Bei einem Rundgang tauschte sie sich mit Studierenden und Alumni der drei beteiligten Hochschulen über deren erfolgreich gestarteten Gründungsvorhaben aus.

Einer davon ist Jona Eisenberger, der an der Hochschule Ravensburg-Weingarten „Internet und Online-Marketing“ studiert und die Marketing-Agentur „Webmondo“ gegründet hat. Er ist dankbar für die bisherige Unterstützung durch das GROW-Projekt. Zusätzlich äußerte er aber den Wunsch nach Coworking-Spaces für alle gründungsinteressierten Hochschulen – Räumlichkeiten, in denen Gründungsinteressierte und erfahrene Gründerinnen und Gründer in Ruhe zusammen an Ideen arbeiten und so besser voneinander profitieren können.

GROW-Projekt als „Leuchtturm“
Der Rektor der Hochschule Ravensburg-Weingarten, Professor Dr. Thomas Spägele sieht das genauso: „Gründung braucht Freiheit und Mut, aber auch eine räumliche sowie personelle Verstetigung.“ Damit regte er an, über ein „Gründungssemester“ nachzudenken, um den Studierenden die Freiheit geben zu können, sich auszuprobieren. Auch ein Innovationsmanager an Hochschulen wäre eine Möglichkeit, die Gründungsideen von Studierenden dauerhaft zu begleiten.

Eine Begleitung und Unterstützung – von der Ideenfindung bis hin zur Realisierung – bekommen gründungsinteressierte Studierende an den Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Biberach und Ravensburg-Weingarten bereits durch die GROW-Anlaufstellen vor Ort. Das Wissenschaftsministerium fördert das GROW-Projekt mit 1,2 Millionen Euro. Wichtig sei neben der Unterstützung durch das Land, so Spägele, auch die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft, denn „Gründung fällt leichter, wenn man sich in einem größeren Verbund aufgehoben fühlt“.

„Im Verbund ist man einfach effizienter“, sagt auch Professor Dr. André Bleicher, Rektor der Hochschule in Biberach. Dort engagiert sich unter anderem Dr. Cornelia Gretz, Gastprofessorin für Entrepreneurship und GROW-Projektleiterin, dafür, dass Studierende bereits in der Lehre mit dem Thema Selbstständigkeit in Kontakt kommen. Über ein wachsendes positives Gründungsklima kann auch die Hochschule Albstadt-Sigmaringen berichten. Entrepreneurship ist mittlerweile ein zentrales Profil der Hochschule. „Das Thema Gründung ging in die DNA unserer Hochschule ein, auch dank des Leuchtturm-Projekts GROW“, so Professor Dr. Matthias Premer, Prorektor für Forschung an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

INFO
Im Wissenschaftsbereich unterstützt das Land im Rahmen des „Fonds Erfolgreich Studieren in Baden-Württemberg (FESt-BW)“ aktuell 16 Hochschulen mit einem Programm zur Gründungskultur in Höhe von 8 Millionen Euro. Die Linie „Gründungskultur in Studium und Lehre“ ist dabei eines von drei Landesprogrammen zur Stärkung innovativer Lehrformate (neben „Strukturmodellen“ und „WILLE – Wissenschaft erfolgreich lernen und lehren“).

 

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