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Gewerkschaft befürchtet Lohnschlupflöcher 

Auch für die mehr als 940 Langzeitarbeitslosen im Kreis Ravensburg soll der Mindestlohn gelten. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG Ulm-Aalen/Göppingen erteilt damit Ausnahmen beim geplanten Mindestlohn eine klare Absage. „Wenn Langzeitarbeitslose oder Jugendliche, die noch keine 18 Jahre alt sind, weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdienen, dann werden sie zur ‚Billig-Lohn-Reserve‘ im Kreis Ravensburg“, erklärt NGG-Geschäftsführerin Karin Brugger in einer Pressemitteilung.

Dass die schwarz-rote Bundesregierung Ausnahmen zulassen will, mache den Mindestlohn „löchrig wie einen Schweizer Käse“. Karin Brugger warnt: „Kommt das Gesetz wie geplant, dann können Unternehmen Langzeitarbeitslosen deutlich weniger als den Mindestlohn von 8,50 Euro zahlen – und das sogar ein halbes Jahr lang. Wer nach langer Arbeitslosigkeit die Hoffnung hat, endlich wieder einen Job zu bekommen, wird so über den Tisch gezogen.“ Was dann passiere, sei klar: „Erst einstellen, dann für einen Billig-Lohn schuften lassen und nach sechs Monaten wieder auf die Straße setzen“, sagt die Geschäftsführerin der NGG Ulm-Aalen/Göppingen.

Es sei zu befürchten, dass Unternehmen „billige Langzeitarbeitslose“ gezielt nutzen würden, um reguläres Personal zu ersetzen. „Auch wenn unter 18-Jährige den Mindestlohn nicht bekommen sollen, droht ein Drehtür-Effekt: Ältere Beschäftigte würden dann durch ‚billige Junge‘ ausgebootet“, warnt Karin Brugger. Um jeden Verdrängungswettbewerb zu verhindern, müssten Ausnahmen beim Mindestlohn deshalb grundsätzlich vom Tisch.

Wenn der Mindestlohn ab kommenden Januar gelte, würden davon insbesondere auch Beschäftigte in der Gastronomie, im Bäckerhandwerk und in den Backshops profitieren. „Die NGG spricht für einen Großteil der Menschen, die dringend auf die einheitliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro warten. Es ist daher notwendig, dass die NGG künftig auch einen festen Platz in der Tarifkommission hat, die über die Anhebung des Mindestlohns entscheiden wird“, macht NGG-Geschäftsführerin Karin Brugger deutlich.

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