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Gemeindepsychiatrischer Verbund findet bundesweit Beachtung 

„Der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV) und die gemeindepsychiatrische Versorgung im Landkreis Ravensburg sind gut aufgestellt und finden bundesweit Beachtung.“ Dies betont Dr. Michael Konrad, Sprecher der Trägergemeinschaft des GPV, bei der Präsentation des aktuellen Jahresberichtes.

Zum elften Mal hat der Gemeindepsychiatrische Verbund jetzt Rechenschaft abgelegt. Mit den jährlichen Berichten dokumentiert der GPV die Entwicklung der psychiatrischen Versorgung in der Region und die Zusammenarbeit der Institutionen mit nicht-professionellen Organisationen. Die Zusammenstellung ist damit zu einem Instrument der Sozialplanung geworden, das die Landkreisverwaltung für ihre Psychiatrieplanung nutzt.

Der GPV stützt sich auf Daten aus seiner Basisdokumentation, die sich an den Ansprüchen des so genannten „personenzentrierten Ansatzes“ orientiert. Im einzelnen gibt diese Dokumentation Aufschluss über psychiatrische Grundversorgung, medizinische und berufliche Rehabilitation, Hilfe zum Wohnen, Hilfe zur Teilhabe am Arbeitsleben, Hilfen zur Tagesstrukturierung, stationäre Behandlung und spezielle Hilfen zur Pflege für psychisch Kranke. Erstmals wurden für den Jahresbericht die Daten für die Personengruppe der Unter-30-Jährigen separat ausgewertet. „Durch diese Daten“, so erklärt GPV-Sprecher Michael Konrad, „erhalten die Leistungs- und Einrichtungsträger Hinweise, welche Anforderungen in den nächsten Jahren bestehen.“

Konrad verweist darauf, dass zwar kreisweit immer differenziertere Angebote entwickelt würden, was landesweit zu einer herausragenden Position führe. Gleichwohl betont der Sprecher, sei der Weg von der einstigen Vollversorgung in der psychiatrischen Anstalt zur umfassenden Versorgung in der Gemeinde noch längst nicht zu Ende.

Im Vorwort zum Rechenschaftsbericht vergleichen Michael Konrad und Sozialdezernentin Diana Raedler Daten aus dem Kreis Ravensburg mit denen des Landes Baden-Württemberg: Mit 10,9 pro 10000 Einwohnern sei die relative Zahl der ambulant betreuten Personen mit einer psychischen Erkrankung im baden-württembergischen Vergleich „sehr hoch, ebenso wie beim Spitzenwert von 1,9 pro 10000 Einwohnern im Bereich des Betreuten Wohnens in Familien (BWF) und von 7,2 pro 10000 Einwohnern, die ihre Leistungen der Eingliederungshilfe in Privathaushalten erhalten“.

Mit 25,5 pro 10000 Einwohner erhalte im Landkreis Ravensburg der höchste Anteil von psychisch Kranken im Land Leistungen der Eingliederungshilfe. Gleichzeitig weist die Region gemeinsam mit dem Landkreis Biberach mit nur 22 Prozent der Personen in einem stationären Setting die höchste Ambulantisierungsquote aus. Durch den hohen Differenzierungsgrad im Ambulant Betreuten Wohnen rechnen die Verantwortlichen damit, dass sich diese Quote in den nächsten Jahren noch erhöhen werde. Weitere Herausforderungen kommen durch das neue Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz auf die Träger im GPV zu. Diese gelte es, so Konrad und Raedler abschließend, in den nächsten Jahren gemeinsam umzusetzen.

Der komplette Jahresbericht des Gemeindepsychiatrischen Verbundes im Landkreis Ravensburg steht auf der Internetseite des ZfP Südwürttemberg unter www.zfp-web.de zum Download bereit.

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