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Frauen haben was zu sagen 


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Am 17. Mai 2018 nahm Professorin Dr. Claudia Wiepcke an der Podiumsdiskussion „Starke Frauen“ teil. Die Podiumsdiskussion, organisiert von der Kontaktstelle ‚Frau und Beruf‘ sowie dem Wirtschaftsmuseum Ravensburg ging der Frage nach, welche Rolle Frauen in unserer Wirtschaft spielen? Moderiert durch Susanne Hinzen (Geschäftsführender Vorstand der Erwin Hymer Stiftung) präsentierten vier interessante Frauen aus der Region ihre souveränen und nicht immer einfachen Lebenswege vor 170 Besucher*innen.

Dr. Antje von Dewitz gilt als Prototyp der modernen Unternehmerin. Seit 2009 ist Geschäftsführerin des familieneigenen Unternehmens VAUDE in Tettnang. Ihre Vision ist nicht nur eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensstrategie sondern auch eine diversityorientierte Unternehmensführung. „Wir können uns nicht leisten, auf wertvolle Kompetenzen zu verzichten, nur weil Frauen nicht den passenden Rahmen für eine berufliche Karriere bieten“.

Sonja Hummel engagiert sich ehrenamtlich als Integrationsbeauftragte Aulendorfs. Während ihres Studiums hat sie eine Vielzahl an Vorträgen zum Thema ‚Solidarische Landwirtschaft‘ (SoLawi) gehalten und dadurch den Anstoß für die Gründung mehrerer SoLawi’s in der Region Bodensee gegeben. Heute macht die 28-Jährige eine Ausbildung zur Schreinerin. Ihre ersten Praktika-Erfahrungen in dem Beruf machte sie mit stereotypen Rollenklischees. „Das ist nichts für Frauen, da muss man schwer tragen“, so ihre männlichen Kollegen.

Anne Schmieder ist heute IHK Vizepräsidentin. Vor 30 Jahre machte sie sich mit einem kleinen Schreibbüro selbständig, das heute aus drei Unternehmen mit 350 Mitarbeiter*innen besteht.

Dr. Claudia Wiepcke, Professorin für Ökonomische Bildung an der PH Weingarten ist seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere in der Geschlechterforschung verankert. Sie berichtet aus zahlreichen Studien, dass Frauen in der Regel mehr leisten müssen, um den gleichen Erfolg wie Männer zu haben. Das noch starke Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt herrschen, zeigt die verharrende Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern und das Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. „Nur jedes zehnte Unternehmen wird von einer Frau übernommen“, so Wiepcke. Als Geschlechterforscherin setzt sie sich dafür ein, dass gleiche Grundbedingungen geschaffen werden. Sie entwickelt Lernmaterial für geschlechtergerechten Berufsorientierungsunterricht und ermutigt ihre Studierenden, ihre eigenen Ziele selbstbewusst zu verfolgen.

Bei der Frage, was eine starke Frau ausmache, waren sich alle Vier einig: Stärke ist, den eigenen Weg zu gehen, selbst über seinen Weg zu entscheiden und sich dabei nicht entmutigen zu lassen. Jeder Mensch hat ein besonderes Talent. Wenn man dies gefunden hat und seinen Weg geht, kann man damit erfolgreich sein. Lediglich bei der Einführung einer Frauenquote waren sich die Frauen uneinig. Wiepcke und von Dewitz argumentierten für die Frauenquote. „Es müsse um Leistungsorientierung gehen. Unternehmen könnten durch die Frauenquote auf das Potenzial von Frauen stärker aufmerksam gemacht und Frauen ermutigt werden, dass sie in Führungspositionen erwünscht sein“, so Wiepcke. Schmider äußerte Bedenken, dass gut qualifizierte Männer nur wegen einer Quote durchs Raster fallen. Von Dewitz ist überzeugt: „Wir brauchen mehr Rollenvorbilder und müssen die individuellen Stärken fördern. Frauen sollen nicht zu besseren Männern werden.“

 

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