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Geschäfte werben für „Lokalen Handel“ 

Mit einer Aktion im Rahmen der Initiative „Buy local“ wollen vom 27. Oktober bis 1. November 18 Inhaber geführte Fachgeschäfte in Ravensburg für die Vorzüge des Einzelhandels in den Innenstädten sensibilisieren. Gleichzeitig verweist „Buy local“ auf die Risiken der Verlagerung des Kaufverhaltens in Richtung Internet.

Michael Riethmüller, Geschäftsführer der Buchhandlung „RavensBuch“ sieht mit den Partnern der Initiative „Buy local“ eine knifflige Entwicklung. Weil immer mehr Kunden im Internet einkaufen, hat es der lokale Einzelhandel immer schwerer zu überleben. Oberschwaben hat mit seiner guten Kaufkraft aufgrund niedriger Arbeitslosigkeit und starker Wirtschaft sicherlich einen guten Puffer, doch nicht nur in Deutschland, sondern auch Europa veröden immer mehr Innenstädte. „Inhaber geführte Fachgeschäfte machen unsere Alt-und Innenstädte aber erst individuell“, sagt Michael Riethmüller, Geschäftsführer der Buchhandlung Ravensbuch. Dass der Einzelhandel rund 3000 Arbeitsplätze sichere, kommt noch obendrauf.

Großkonzerne wie Zalando oder Amazon nehmen dem Einzelhandel besonders viel Umsatz und Geschäft, dabei sieht Michael Riethmüller nicht nur grundlegend die Konkurrenz, sondern auch nachhaltige Kriterien. „Mit der Gewerbesteuer derartiger Konzerne lassen sich in Ravensburg leider keine Kindergärten bauen“, gibt er ein Beispiel. Auch der soziale Aspekt komme hier zu kurz, wie Renate Richter ergänzt. „Ich denke nicht, dass ein Vorstand eines Vereins überhaupt nach einer Antwort bekommt, wenn er nach einer kleinen Sachspende für eine Weihnachtstombola oder für ein soziales Projekt um Unterstützung bittet.“ Besonders schwer wiegt für Michael Riethmüller auch die ökologischen Argumente. „Zalando hat beispielsweise eine 50 prozentige Retoure-Quote. Und das letztlich auf Kosten völlig minder bezahlter Postzusteller“, mahnt der Ravensburger Buy-Local Repräsentant. Insgesamt will „Buy local mit seinen rund 500 Mitgliedern in Deutschland das Internet aber nicht verteufeln, schließlich betreiben inzwischen auch unzählige Einzelhändler Online-Shops als zusätzliches Standbein. „Wir sind nicht gegen das Internet, sondern für den lokalen Handel“, betont Riethmüller.

Auch die Stadt Ravensburg ist der durchaus in der Pflicht, die Voraussetzungen für den Handel in den Innenstädten wettbewerbsfähig zu halten. Viel zitiertes Thema ist hier der Verkehr. Hier gibt es gleich mehrere Interessenkonflikte. Zum einen wollen die in der Innenstadt lebende Menschen Parkmöglichkeiten für sich selbst, zum anderen aber auch nicht übermäßig durch Verkehrslärm und Feinstaub belastet werden. Nicht überall stößt die Stadt Ravensburg daher auf Zustimmung bei Händlern, wenn nach einer Straßen- oder Stadtteilsanierung vorher vorhandene Parkmöglichkeiten wegfallen. Eugen Müller, Geschäftsführer des Wirtschaftsforums ProRavensburg, sieht die Abwägung der Stadt Ravensburg aber ausgewogen. „Bei der Kirchstraße oder Oberen Breite Straße sind sicherlich Parkplätze weggefallen, aber für die Kunden ist dadurch im Gegenzug die Aufenthaltsqualität gestiegen, dies kommt dem lokalen Handel dann doch wieder auch entgegen“, erklärte Eugen Müller. Erich Lange vom gleichnamigen traditionsreichen Musikinstrumenten-Fachgeschäft in der Marktstraße, mahnt dennoch an. „Man muss die Kunden natürlich auch in die Stadt lassen“, sagte Lange. Er stand unter diesem Aspekt vor Jahren vor der Frage, außerhalb von Ravensburg an einen neuen Standort mit ausreichend Parkplätzen vor dem Betrieb zu ziehen. Letztlich habe er sich aber dann doch entschieden, in der Innenstadt weiter zu investieren.

Spezielle Aktion steht an
Um für den lokalen Handel zu werben, haben die 18 Ravensburger Mitgliedsgeschäfte von „Buy Local“ eine Aktion vom 27. Oktober bis 1. November initiiert. Mit einem Werbe-Rollup und einer kleinen Tüte mit Haselnüssen machen Sie auf die Vorzüge des innerstädtischen Fachhandels aufmerksam und wollen die Kunden auch sensibilisieren. Die Aktion ist unter das Motto gestellt “Knack die Nuß – in Ravensburg”.

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