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Erwin Kräutler aus Brasilien hält Blutritt-Festpredigt 

WEINGARTEN
Er gilt als leidenschaftlicher Verfechter der Menschenrechte, setzt sich seit Jahrzehnten für Umweltschutz und Gerechtigkeit ein. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – darunter der Alternative Nobelpreis im Jahre 2010 – und sieht sich immer wieder mit Gegenwind konfrontiert: Bischof Erwin Kräutler. Der 76-jährige Kräutler wird an Christi Himmelfahrt die Festpredigt halten und am Blutfreitag zusammen mit den Bischöfen András Veres und Gebhard Fürst das Pontifikalamt in der Basilika von Weingarten feiern.

Bischof Erwin Kräutler wurde am 12. Juli 1939 in Koblach in Vorarlberg geboren. Nach dem Abitur trat er der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut (CPPS) bei und studierte Theologie und Philosophie an der Universität Salzburg. Am 3. Juli 1965 emfing er die Priesterweihe und ging im November 1965 als Missionar nach Brasilien. Zunächst war er am Unteren Xingu und Amazonas als Seelsorger tätig, bis er im November 1980 zum Koadjutorbischof seines Onkels Erich Kräutler ernannt wurde. Ab diesem Zeitpunkt war er als Bischof für die flächenmäßig größte Diözese in Brasilien, die Diözese Xingu, mit rund 370.000 km² zuständig. Dort leben etwa 500.000 Einwohner, davon ca. 8.000 Indios unterschiedlicher Stämme.

Am 25. Januar 1981 empfing er die Bischofsweihe und trat am 2. September 1981 die Nachfolge seines Onkels als Bischof an. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: “Servus Christi Iesu”, zu deutsch “Diener Christi Jesu “. Das Amt des Bischofs hatte er bis zum 3. April 2016 inne. Zuvor hatte Papst Franziskus am 23. Dezember 2015 seinen altersbedingten Rücktritt angenommen. In all den Jahren als Bischof am Amazonas setzte er sich für die Menschenrechte ein, unterstützte die Indios und bekämpfte die Armut. Auch der Umweltschutz war ihm ein großes Anliegen, insbesondere der Erhalt des tropischen Regenwalds und der Kampf gegen das Staudammprojekt am Belo Monte. Kräutler war viele Jahre als Präsident des Rates für Indigene Völker (CIMI) der Brasilianischen Bischofskonferenz tätig und wurde im April 2014 in einer Sonderaudienz von Papst Franziskus empfangen.

Durch seine Solidarität und Unterstützung der Armen und sein Engagement für die Umwelt rief er immer wieder Feinde auf den Plan. 1983 wurde er von der Militärpolizei niedergeschlagen und festgenommen und überlebte 1987 einen Mordanschlag nur schwer verletzt. Mehrfach sah er sich mit Morddrohungen konfrontiert. Aufgegeben hat Bischof Erwin Kräutler nie. Der Blutritt und der Blutfreitag sind ihm seit seiner Jugend bekannt, und doch sollte es mehr als ein halbes Jahrhundert dauern, bis er persönlich in Weingarten daran teilnehmen kann. 2015 erhielt er die Einladung, am Vorabend des Blutfreitags in der Basilika Sankt Martin die Festpredigt zu halten. “Damit erfüllt sich nun endlich mein Wunsch, nach Weingarten zu kommen und die Heilig-Blut-Reliquie verehren zu dürfen”, sagt Bischof Kräutler. Und er ergänzt: ” Der Blutfreitag in Weingarten und die größte Reiterprozession Europas laden jede und jeden von uns zum Nachdenken ein, ob hoch zu Ross oder am Straßenrand, in der wunderbaren barocken Klosterkirche oder zu Hause vor dem Fernsehschirm.”

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