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DRK: „Wir wollen helfen“ 


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Ein besonderer Programmpunkt bei der diesjährigen Kreisversammlung des DRK-Kreisverbandes Ravensburg war der Gastvortrag von Christoph Dennenmoser vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Bad Säckingen über seinen erfolgreichen Einsatz in einer Pestklinik auf Madagaskar.

 Pest ordnet man heutzutage zwar dem Mittelalter zu. Ausbrechen kann sie jedoch nach wie vor überall, vor allem aber in ärmeren Ländern wenn schlechte hygienische Bedingungen vorherrschen. Obwohl ein solcher Einsatz Gefahren birgt, hat sich Christoph Dennenmoser im vergangenen Herbst unerschrocken auf eine DRK-Verfügbarkeitsabfrage gemeldet. Drei Wochen dauerte sein Einsatz mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft. Die Behandlung der bakteriellen Infektionskrankheit ist laut Dennenmoser mit Antibiotika vergleichsweise einfach. „Pest ist nur dann tödlich, wenn sie nicht behandelt wird“, so Dennenmoser. Und die Behandlung muss innerhalb von drei Tagen nach der Ansteckung beginnen.

Gut aufgestellt
Wie weltumspannend das Rote Kreuz arbeitet, zeigen die 190 anerkannten nationalen Rotkreuz-Gesellschaften. Internationale Nothilfe-Einsätze können in der Regel auf eine RK-Infrastruktur im entsprechenden Land aufbauen. Zunächst versucht das Rote Kreuz vor Ort Epidemien beizukommen. Gelingt das nicht, wird über die Föderation in Genf internationale Hilfe angefordert. Als die Lungenpest im Herbst 2017 auf Madagaskar ausbrach, wollte die Weltgemeinschaft nicht den gleichen Fehler machen, und zu lange mit dem Einsatz warten, wie bei der Ebolafieber-Epidemie im Jahr 2014 in einigen Ländern Afrikas. Sie reagierte prompt.

Dennenmoser beschrieb, wie die Ausrüstung in Berlin-Schönefeld verladen wurde und insgesamt drei Mitarbeiter vom DRK mitreisten. In Madagaskar konnte ein leerstehender Teil einer Klinik für die Pest-Bekämpfung genutzt werden. In der ersten Phase des Einsatzplans sollten hier 20 Infizierte unterkommen. Überzählige Erkrankte hätten in Zelten auf einer Wiese nebenan behandelt werden können. Doch zu dieser zweiten Stufe kam es nicht, da die Pest schon als rückläufig eingestuft wurde.

Infektionswege kappen
Dass es bei den Einsätzen weit über die Behandlung der Erkrankten hinausgeht, zeigte er am gesamten Vorgehen, das immer auch die kulturellen Begebenheiten vor Ort einbeziehen muss. Zu den sechs Säulen im Kampf gegen die Pest gehörten die Gesundheitsaufklärung, Frühdetektion beziehungsweise Kontaktverfolgung, sichere und würdige Beerdigungen, die psychosoziale Unterstützung Betroffener, das klinische Management und die Vektorenkontrolle, sprich der Übertragungsweg, bei Pest ausgehend in der Regel von Ratten.

Erfahrungen aus der Welt
„Die Motivation und das Engagement sind weltweit da“, meinte Dennenmoser anerkennend. „Wir wollen was tun, wir wollen helfen“, verdeutlichte er auch das Gemeinschaftsgefühl. Das solche Einsätze möglich sind, ist auch vielen Menschen hinter den Helfern zu verdanken: etwa den Ehegatten und Familien, den Kollegen, die Überstunden während ihrer Abwesenheit machen, und den Arbeitgebern, die die Mitarbeiter für Einsätze freistellen. Der Präsident des DRK-Kreisverbandes Ravensburg, Dieter Meschenmoser, freute sich, den ‚Helden des Helfens‘ vor Ort zu haben, und gab zu bedenken, dass internationale Einsätze in Krisengebieten mit nicht abschätzbaren Risiken verbunden sein können. Die Rotkreuz-Gemeinschaft ist daher froh, wenn Engagierte wohlbehalten und unversehrt von ihren Einsätzen zurückkehren.

 

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