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Diözese bietet Fortbildung für Umgang mit dem Islam 

WEINGARTEN
Die katholische Kirche leistet einen ungewöhnlichen Beitrag, damit Integration und das Zusammenleben mit muslimischen Mitbürgern gelingt. Auf Initiative von Bischof Gebhard Fürst bietet die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart für kirchliche Hauptamtliche, Mitarbeiter von öffentlichen Verwaltungen und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit Qualifizierungskurse an, um mehr über den Islam und seine Richtungen zu erfahren. Besseres Wissen über die individuellen und kulturellen Hintergründe von Menschen muslimischen Glaubens soll Fehlentscheidungen, falschen Handlungskonzepten und Konflikten vorbeugen. Bischof Gebhard Fürst ist überzeugt: „Das Angebot Islam im Plural trägt sach- und fachkundig einem wachsenden Bedarf in Gesellschaft und Kirche Rechnung. Voneinander zu wissen und einander zu verstehen, ist grundlegend für ein gelingendes Zusammenleben“, sagte der Bischof.

Das Qualifizierungsprojekt „Islam im Plural“ wird in Stuttgart, Ulm, Heilbronn und Weingarten (Kreis Ravensburg) in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung und dem Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese angeboten. Geleitet werden die jeweils dreitätigen Fortbildungskurse von dem Islamwissenschaftler Dr. Hussein Hamdan von der Akademie der Diözese, der bereits zahlreiche Kommunen des Landes berät. Die Qualifizierungskurse sind in fünf Module aufgeteilt: Ein Themenschwerpunkt erklärt Grundlagen, Quellen und den Alltag des Islam, ein zweiter informiert über die Situation in Deutschland. Dabei geht es etwa um die Entwicklung der islamischen Gemeinschaft, um Verbände und Gruppen, die Bedeutung von Moscheen und das Wirken von Imamen, die islamische Jugendarbeit und um Handlungsempfehlungen zum Dialog mit Muslimen. Ein drittes Modul befasst sich mit dem Islamismus, seiner Entstehung und Ideologie und dem Salafismus in Deutschland. Dabei wird auch die Frage gestellt, wie eine demokratische Gesellschaft damit umgehen soll.

Ein vierter Themenblock befasst sich mit dem Familienleben im Islam, den traditionellen Rollenmuster, warum Geschlechtertrennung praktiziert und wie damit umgegangen werden kann. Es geht auch um Kindererziehung aus muslimischer Sicht, um den Umgang mit Jugendlichen und welchen Stellenwert die Familie im Islam genießt. Nicht zuletzt werden auch kultur- und religionssensible Fragen in der Flüchtlings- und Asylarbeit beleuchtet; Praxisbeispiele und Empfehlungen sollen im Alltag helfen. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt, jedes Jahr sollen acht Tagungen stattfinden.

Nähere Informationen zu den Kursen sind auf der Homepage unter http://www.akademie-rs.de/isl-islam-im-plural.html zu finden.

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