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Das getrennte Tischtuch verbinden 

Steter Tropfen höhlt den Stein – getreu diesem Sprichwort versammeln sich seit genau einem Jahr evangelische und katholische Christen in Ravensburg, um das Trennende zwischen den beiden Konfessionen zu überwinden. Am 6. November treffen sich Menschen aus und um Ravensburg wie an jedem ersten Sonntag im Monat um 11.30 Uhr vor der Liebfrauenkirche in Ravensburg, um ihrem Ziel näherzukommen: Eine die katholische Liebfrauenkirche und die evangelische Stadtkirche verbindende Menschenkette als Zeichen des Miteinanders zu formieren. Zwischen 40 und 90 Teilnehmer pro Sonntag kommen zusammen, um ein Zeichen zu setzen.

Den Anstoß zur Aktion gab vor drei Jahren ein Dialogforum („Ravensburger Konzil“), bei dem sich die Teilnehmer für den gleichberechtigten Zugang evangelischer Christen zum katholischen Mahl aussprachen. Die Ravensburger Initiative „Vom Trennen zum Teilen – Abendmahl für alle“ setzt nun dieses Votum um. Es geht der Aktion darum, ein Zeichen zu setzen für mehr Glaubwürdigkeit und Gastfreundlichkeit. 500 Jahre nach der Reformation müsse man Schluss machen „mit der absurden Situation, die es Katholiken von offizieller katholischer Seite immer noch verbietet, am evangelischen Abendmahl teilzunehmen, obwohl dort Gastfreundschaft gewährt wird“, heißt es von Seiten der ökumenischen Initiative. Dass evangelische Christen nicht zum Kommunionempfang zugelassen werden dürften, habe mit katholischer Weite nichts zu tun.

Die Aktion wächst und wird von Kirchengemeinderäten und Seelsorgern sowie dem Katholischen deutschen Frauenbund und der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) unterstützt. Zuspruch finde sie vor allem bei evangelischen Christen, Katholiken täten sich manchmal schwer damit. Zum Abschluss am 8. Oktober 2017 ist eine zusammenhängende Tischreihe von der Liebfrauenkirche zur evangelischen Stadtkirche geplant unter dem Motto: „Brot und Wein – gemeinsam an einem Tisch“. Zustimmung komme auch von manch prominenter Stimme, zum Beispiel Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Fragen und Themen rund um die Aktion werden im wöchentlichen Blog von Theodor Pindl aufgenommen: www.kirchelädtein.de

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