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Blick über den beruflichen Tellerrand 

WEINGARTEN
Erzieherin versus Informatiker. Immer noch gibt es typische Frauen- und Männerberufe. Der Girls‘ Day und der Boys‘ Day wollen das ändern. Auch die Hochschule Ravensburg-Weingarten beteiligte sich am 28. April an den beiden bundesweiten Aktionstagen.

Statt Mathe und Sport standen für Jonathan Kloos, Bastian Lutz und Marian Gabriel vom Gymnasium Wangen Themen rund um Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege auf dem Stundenplan. Einen Vormittag lang schnupperten die drei Achtklässler an der Hochschule Ravensburg-Weingarten in Studiengänge, die sonst hauptsächlich weibliche Studierende wählen. Sie besuchten eine Vorlesung und lernten in verschiedenen Workshops kennen, was einen Beruf im sozialen Bereich ausmacht. „Die Atmosphäre an der Hochschule ist lockerer als in der Schule“, stellte Bastian Lutz sofort fest. „In einer Vorlesung darf man auch mal rausgehen oder was essen oder trinken.“

Marco Eckle, Absolvent des Studiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, hatte den Boys`Day an der Hochschule organisiert. „Ich möchte die Schüler neugierig machen und Interesse wecken an einem Studium im sozialen Bereich“, so Eckle. Als Schüler der achten Klasse wissen die drei Gymnasiasten momentan noch nicht, was sie später einmal beruflich machen möchten. Fest steht aber: „Ich möchte keinen klassischen Bürojob, sondern draußen und mit Menschen arbeiten“, so Marian Gabriel. Ein Beruf im sozialen Bereich ist also nicht ausgeschlossen.

Zeitgleich im Rechenzentrum der Hochschule Ravensburg-Weingarten: „Beim Girls‘ Day mache ich mit, weil ich in die Technik-Richtung hineinschnuppern und sehen will, ob das später etwas für mich ist“, sagt Sabrina Bader. Die Achtklässlerin hat im Rahmen des Girls‘ Day einen Tag lang im Rechenzentrum der Hochschule Ravensburg-Weingarten erlebt und den Beruf des Informatikers näher kennen gelernt. Software-Entwicklung, Netzwerk-Support, Sicherheit und Helpdesk waren dabei Thema. „Der Girls‘ Day macht auf jeden Fall Sinn. Ich finde es wichtig, sich zu informieren, was man eigentlich genau in bestimmten Berufen macht“, resümiert Sabrina Bader, die in Kißlegg die Werkrealschule besucht.

In Kooperation mit der Agentur für Arbeit Ravensburg bot die Hochschule Ravensburg-Weingarten darüber hinaus den Workshop „Faszination Technik“ im Berufsinformationszentrum an. Die beteiligten Mädchen konnten dabei experimentieren, forschen und ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. In einem Experiment mussten sie unter anderem ein Ei so verpacken, dass es einen Sturz aus dem zweiten Stock überstand.

Mädchen und Jungen alle ihre beruflichen Möglichkeiten nach dem Schulabschluss deutlich zu machen, ist das Ziel der beiden Zukunftstage Girls‘ Day und Boys‘ Day. Bundesweit öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen ihre Türen und laden Jungen und Mädchen ein, sich über ihre Berufswahl abseits von Geschlechterrollen klar zu werden. Mädchen sollen Berufe und Studiengänge kennen lernen, in denen Frauen bisher wenig vertreten sind, für Jungen funktioniert der Aktionstag genau umgekehrt.

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