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Bedrohlich hohe Energiepreise belasten die Wirtschaft

Symbolbild: rv-news.de/Redaktion

Die Gas- und Energiepreise sind in den vergangenen Tagen nochmals deutlich angestiegen. Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) warnt vor einer existenzbedrohenden Entwicklung für die Unternehmen.

„Die Energiepreise sind seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine sehr stark angestiegen und haben Höhen erreicht, die mittlerweile alle Unternehmen in Bedrängnis bringen“, warnt Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben. Seit dem 9. August sind die Strompreise an der Börse nochmals in die Höhe geschnellt, auf annähernd 100 Cent pro Kilowattstunde. „Alle Unternehmen, die noch einen Stromlieferungsvertrag für das Jahr 2023 abschließen müssen, haben immense Energiekosten zu tragen“, so Buck.

Die IHK Bodensee-Oberschwaben erreichen immer mehr Rückmeldungen von Unternehmen zu diesem Thema. Beispielsweise von einem Mittelständler aus der Region, der in der Vergangenheit bereits umfangreich in Energieeffizienz und Photovoltaik investiert hat. Dennoch stiegen die Energiekosten des Unternehmens von bislang jährlich 220.000 Euro auf ganze 1,2 Millionen Euro – ein Anstieg um das Viereinhalbfache. „Solche Steigerungen können von Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, oft nicht an die Kunden weitergegeben werden“, warnt Buck. Nahezu alle Branchen seien mittlerweile betroffen.

Der Preisanstieg im Strombereich ist dabei eine direkte Folge der Gaspreissteigerung, da sich der Strompreis am teuersten eingesetzten Kraftwerk – in diesem Fall den Gaskraftwerken – orientiert. Die Gasumlage belastet die Unternehmen zusätzlich und die Reduktion der Mehrwertsteuer auf Erdgas entlastet nur Privathaushalte.

Die IHK Bodensee-Oberschwaben fordert deshalb eine dauerhafte Senkung der Energiesteuern auf das europäische Mindestniveau. Eine einfache und schnell wirkende Entlastung. „Das wichtige Preissignal für den effizienten Energieverbrauch werde dadurch angesichts der dramatischen Preissteigerungen der vergangenen Tage und Monate nicht beeinträchtigt“, stellt Martin Buck klar. Die Senkung der Energiesteuern wäre jedoch mittlerweile nur noch eine sehr kleine Entlastung. Für das Jahr 2023 müssten dem IHK-Präsidenten zufolge weitere Hilfsprogramme ergänzt werden, ansonsten sei aufgrund nicht mehr deckbarer Kosten mit Produktionseinschränkungen zu rechnen. Buck warnt: „Die Lage ist ausgesprochen ernst. Es geht für viele Unternehmen bereits jetzt um die Existenz.“