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Auch regionale Unternehmen von Brexit betroffen 

WEINGARTEN
Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) bedauert den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). „Für die regionale Wirtschaft wird das Brexit-Votum weitreichende Folgen haben“, gibt IHK-Präsident Heinrich Grieshaber zu bedenken. Dennoch sieht er keine unlösbaren Probleme. „Die mittel- und langfristigen Folgen des EU-Austritts sind nur schwer absehbar.“ Er hofft, dass dies keinen Domino-Effekt auf weitere Mitgliedsstaaten haben wird. Neben unmittelbaren negativen Auswirkungen auf die Finanzmärkte dürften alle, die Dienstleistungen in Großbritannien erbringen, betroffen sein. Baden-Württembergische Unternehmen lieferten im Jahr 2015 Waren im Wert von 12,3 Milliarden Euro nach Großbritannien. Damit stand das Vereinigte Königreich auf Platz sechs.

„Über Nacht sind unsere Produkte in Großbritannien um 30 Prozent teurer geworden“, bringt Christian Eineder von der zur Waldner-Gruppe gehörenden Hohenloher Spezialmöbelwerk Schaffitzel GmbH & Co.KG die Situation auf den Punkt. „Dennoch“, so der für das internationale Geschäft verantwortliche Prokurist, „eröffnen die mit der Pfundabwertung verbundenen Kursverluste des Euro gleichzeitig Chancen auf den zentral- und südamerikanischen Märkten und in Osteuropa.“ Entscheidend für die Wirtschaft sind Planungs- und Investitionssicherheit. Dafür ist eine gute politische Lösung auf EU-Ebene unabdingbar. Kurzfristig werde man nicht in Aktionismus verfallen. HOHENLOHER kann jedoch nicht ausschließen, dass die Marktbearbeitung Großbritanniens zu Gunsten anderer Länder reduziert wird.

Keine gravierenden Änderungen erwartet Dr. Hinrich Dohrmann, einer der drei Geschäftsführer der TOX®  PRESSOTECHNIK GmbH aus Weingarten. „Wie von uns bereits in der Vergangenheit gehandhabt, wird zukünftig die Beobachtung und unter Umständen Absicherung der Wechselkurse auch für Großbritannien eine bedeutende Rolle spielen. Die Währungsschwankung ist momentan der wesentliche Effekt hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit auf der Insel.“ Generell wird der Brexit nicht dramatisch gesehen, da dies primär ein politisch zu behandelndes Thema sei. Für die Niederlassung in Großbritannien stehen personelle Konsequenzen nicht zur Diskussion, ebenso wird der Standort nicht in Frage gestellt.

Nach dem Austrittsgesuch Großbritanniens beim Europäischen Rat muss ein Abkommen verhandelt werden. Dies soll innerhalb von zwei Jahren erfolgen. „Entscheidend für die Unternehmen ist es, in dieser Zeit praktikable und wirtschaftsfreundliche Lösungen sicherzustellen. Ziel muss sein, dass auf Dauer ein ungehinderter Zugang unsrer Unternehmen in den britischen Markt besteht. Dies betrifft hauptsächlich die Arbeitnehmerentsendungen, Dienstleistungen sowie den Warenverkehr“, so Grieshaber.

 

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