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1000 Schüler in 50 Jahren 

WANGEN
1000 Schüler in 50 Jahren. „Die Krankenpflegeschule Wangen hat Spuren hinterlassen“, sagte Franz Baur, Kreiskämmerer und Geschäftsführer des Eigenbetriebes IKP, bei der Jubiläumsfeier der vom Landkreis Ravensburg getragenen Schule. 45 Schulplätze hatte das Regierungspräsidium beim Start 1964 genehmigt. Heute unterrichten vier hauptamtliche Lehrkräfte und zwei Praxisanleiter 70 angehende Gesundheits- und Krankenpfleger in drei Jahrgangsstufen. „Qualität stand bei der Ausbildung in Wangen immer im Vordergrund“, lobte Baur die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Schule sei zwar vergleichsweise klein, aber auch das hat seine Vorzüge: „Abtauchen gibt’s hier nicht.“

Das Krankenhaus Wangen werde geprägt von den Absolventen der Pflegeschule, meinte Oberbürgermeister Michael Lang. Eine gute Gelegenheit, die Schule ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, sei dieses Jubiläum. Mit einem Tag der offenen Tür nutzten die Schülerinnen und Schüler die Chance. In ihren Klassenräumen hatten sie einen informativen Parcours zu den Inhalten ihrer Ausbildung und zur Geschichte des Pflegeberufs zusammengestellt. Eine besondere Attraktion war die Alterssimulation. Mit beschichteten Brillen, schweren Umhängen und allerlei Gelenkmanschetten demonstrierten die Pflegeschülerinnen auch jungen und drahtigen Menschen, mit welchen Beschwerlichkeiten ältere Menschen oft durch den Alltag kommen müssen.

Eine Lanze für den Praxisbezug der Ausbildung brach Schulleiterin Dorothee Maurer: „Entscheidend am Pflegeberuf ist die Arbeit am Patientenbett. Und die ist praktisch, trotz aller medizinischen Fortschritte.“ Der Praxisbezug schließe ein, dass Schüler schon im ersten Ausbildungsjahr mit belastenden Situationen konfrontiert sein können, wenn zum Beispiel Patienten versterben. Wichtig sei es, die Schüler auf ihrem Weg zu begleiten. Mit dem Etikett der „kleinen“ Schule kann Maurer sehr gut leben: „Unser Wachstum ist qualitäts- und nicht größenorientiert.“

Die halbe Zeit ihres Bestehens über hat der frühere Schulleiter Matthias Dörrer die Pflegeschule geprägt. Im vergangenen Jahr ist er in den Ruhestand getreten. Zum Jubiläum kam er zurück an die alte Wirkungsstätte und ließ in einer launigen Rede über ein Vierteljahrhundert Pflegeausbildung Revue passieren. „Die duale Ausbildung wird schlecht geredet. Jeder will Akademiker sein“, machte er sich für die bewährte Form der Berufsausbildung stark. 1965 habe ein Pflegeschüler noch 1200 theoretische Stunden absolvieren müssen. Heute seien es 2100. Den Schülern werde sehr viel abverlangt. Die gestiegene Stundenzahl konnte nur mit zusätzlichen Räumen bewältigt werden. Der Eigenbetrieb IKP des Landkreises habe die Schule in vorbildlicher Weise unterstützt.

„In einem Krankenhaus kommt es auf die Menschen an“, betonte Dr. Sebastian Wolf, Geschäftsführer der Oberschwabenklinik. In kaum einem anderen Bereich der Gesellschaft seien neben dem Fachwissen soziale Kernkompetenzen von großer Bedeutung. „Wer solche Mitarbeiter auch morgen haben will, muss sich heute darum kümmern“, sagte Dr. Wolf. Die OSK stelle sich dieser Verantwortung und sei mit 240 Auszubildenden einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region.

Seit 2010 bildet die Wangener Krankenpflegeschule auch für die Fachkliniken Wangen der Waldburg-Zeil Kliniken aus. Ganz aktuell habe man erstmals eine Gesundheits- und Krankenpflegerin aus dem Examen übernehmen können, berichtete Jose Rädler, Leiter des Pflege- und Therapiemanagements. „Wir sind sehr glücklich über die Kooperation“ sagt er. Es sein ein Segen, eine so renommierte Einrichtung wie die Pflegeschule in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben.

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