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Start in neues Ausbildungsjahr 



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Kurz vor Ausbildungsbeginn verzeichnet die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) insgesamt 2.280 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Das ist ein leichtes Plus (1,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Auch nach offiziellem Ausbildungsstart Anfang September werden Ausbildungsverträge geschlossen. „Bis zum Jahresende rechnen wir wieder mit einem stabilen Ausbildungsniveau von rund 2.500 neuen Ausbildungsverträgen bei IHK-Berufen in unserer Region“, zeigt sich Professor Dr. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, überzeugt. Dabei wird der Kampf um gute Bewerber seitens der Betriebe immer schärfer und immer mehr Stellen bleiben unbesetzt. „Das Erfolgsmodell Duale Berufsausbildung ist entscheidend bei der Fachkräftegewinnung. Wir ermutigen deshalb junge Menschen diesen Einstieg ihrer beruflichen Karriere zu wählen“, so Jany.

Bei den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen sind zum Stichtag (31. August) 931 Verträge geschlossen (Vorjahr: 884). Das Plus von fünf Prozent ist auf die Steigerung in den Elektro-Berufen (Elektroniker/-in für Betriebstechnik, Elektroniker/-in für Geräte und Systeme, Fachinformatiker/-in und Industrieelektroniker/-in) zurückzuführen, welche von 154 auf 180 Verträge angewachsen sind. „Das ist besonders erfreulich, da hier die Anforderungen an mathematisches und technisches Verständnis besonders hoch sind und passende Bewerber schwer zu finden sind“, so Jany. Ein Rückgang hingegen ist in der Druck-Branche festzustellen. Hierzu gehören die Berufe Packmitteltechnologe/-in, Medientechnologe/-in und Mediengestalter/-in.

Bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen verzeichnet die IHK zum Stichtag einen Rückgang von 2,5 Prozent von 1.215 auf 1.185 Verträge. Der Blick in die einzelnen Berufe zeigt einen starken Rückgang bei den Bankkaufleuten von 111 auf 85. Damit setzt sich der Trend vom Vorjahr fort. Der Strukturwandel bei den Regionalbanken geht weiter voran, so dass immer weniger Bankkaufleute neu ausgebildet werden. Positiv hingegen ist die Entwicklung im Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge beträgt zum Stichtag (31. August) 107. „Der 2014 neu geordnete Beruf ist bei den Betrieben und Bewerbern mittlerweile akzeptiert und anerkannt. So konnte der Zuwachs in den vergangenen beiden Jahren bei über 17 Prozent liegen“, so Jany. Eine weitere positive Entwicklung ist bei den Logistikberufen wie Fachlagerist (56 Verträge zum Stichtag 2017 gegenüber 45 zum Stichtag 2016) und Fachkraft für Lagerlogistik (76 gegenüber 72) zu verzeichnen.

Bei den Hotel- und Gaststättenberufen gibt es seit langer Zeit einen hohen und teilweise ungedeckten Bedarf an Fachkräften und Auszubildenden. Umso erfreulicher ist aus Sicht der Betriebe, dass hier ein Zuwachs von vier Prozent an neu eingetragenen Ausbildungsverträgen zu verzeichnen ist (31.08.2017: 164 Verträge; 2016: 157 Verträge). Großer Gewinner ist der Beruf Koch, wenn auch auf insgesamt niedrigem Niveau (62 Verträge zum Stichtag 2017 gegenüber 47 zum Stichtag 2016). „Für die Tourismusregion Bodensee-Oberschwaben ist diese Zahl leider immer noch zu gering und deckt den hohen Bedarf nicht. Größtes Nachwuchspotential scheint hier derzeit die Zuwanderung zu bringen. Wir hoffen, dass dieses Modell auch für die Zukunft trägt“, so Jany. Zusammen mit den Hotelfachleuten (81), den Restaurantfachleuten (9) sowie den Auszubildenden zur Fachkraft im Gastgewerbe (5) und zum/zur Fachmann/-frau für Systemgastronomie (6) kommt man in Bodensee-Oberschwaben auf 164 Ausbildungsverträge (Stichtag 31.08.2017) für die Hotel- und Gaststättenbranche.

„Dass unsere Ausbildungszahlen stabil bleiben und stellenweise sogar wachsen, lässt sich auch auf die jungen Flüchtlinge zurückführen, die einen Ausbildungsplatz in der Region finden konnten“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. In diesem Herbst beginnen 76 Flüchtlinge eine duale Ausbildung in einem IHK-Beruf. Diese Zahl zeigt, dass immer mehr Geflüchtete ihre vorbereitenden Maßnahmen wie den Integrationskurs oder den Besuch einer Vorbereitungsklasse „Ausbildung und Beruf“ (VAB) erfolgreich abschließen. „Das große Engagement vieler Unternehmen für diese jungen Menschen ist bemerkenswert und geht weit über das normale Maß hinaus“, zeigt sich Jany beeindruckt. Die Flüchtlinge beginnen ihre Ausbildung in folgenden Berufen: Koch (15), Maschinen- und Anlagenführer (10), Kaufmann/-frau im Einzelhandel zusammen mit Verkäufer (10) und Fachkraft für Lagerlogistik zusammen mit Fachlagerist (8) sowie in geringer Zahl in weiteren 19 verschiedenen Berufen. Sie kommen aus Syrien (25), Gambia (20), Afghanistan (18), Pakistan (5), Nigeria (3), Eritrea (2), Iran (1), Irak (1) und Somalia (1).

„Trotz der stabilen Ausbildungszahlen darf der Schein nicht trügen. Die regionalen Betriebe brauchen Fachkräfte und beklagen die immer schwierigere Suche nach geeigneten Kandidaten, auch für die zu besetzenden Ausbildungsplätze“, mahnt Jany. Zu begrüßen seien daher gemeinsame Kampagnen für die duale Berufsausbildung, wie beispielsweise das Projekt der Ausbildungsbotschafter (www.gut-ausgebildet.de) des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, der IHK und HWK, Gewerkschaften, des Arbeitgeberverbands und der Agentur für Arbeit.

 

Für den Landkreis Ravensburg registrierte die IHK insgesamt 1.058 Ausbildungsverträge. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent. In den Hotel- und Gaststättenberufen stieg die Zahl der neuen Verträge von 51 auf 56 und in den technischen Berufen von 355 auf 389. Einen großen Anteil des Zuwachses haben hier die Elektroberufe mit 13 Prozent. Bei den kaufmännischen Berufen sank die Zahl der neuen Verträge von insgesamt 623 auf 613. Die Berufe Bankkaufmann/-frau (32 statt 42) sowie die Einzelhandelsberufe wie Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Verkäufer (154 statt 172) verzeichnen einen Rückgang an neuen Ausbildungsverträgen. Die zahlenmäßig am stärksten vertretenen Ausbildungsberufe im Landkreis Ravensburg sind (in dieser Reihenfolge): „Industriekaufleute“, „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“, „Kaufmann/-frau im Großhandel“ und „Industriemechaniker/-in“.

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