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Operation ohne Narbe 



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WEINGARTEN
Seit Jahrhunderten gilt der Nabel in vielen Kulturen als Zeichen der Fruchtbarkeit und steht für das Leben und die Geburt. Er ist durchaus ein erotischer Anziehungspunkt, und viele Frauen schmücken ihn mit Tattoos oder Piercings. Wie unser Fingerabdruck ist unser Bauchnabel in seiner Form und Bakterienzusammensetzung einzigartig. Und natürlich ist da noch das Phänomen, das sich in der kleinen Vertiefung gerne Fussel von Kleidungsstücken sammeln. Doch der Nabel kann noch viel mehr.

Die kleine Vertiefung im Bauch stellt nicht nur den anatomischen Mittelpunkt des Menschen dar, sondern ermöglicht auch den einfachsten und gefahrlosesten Zugang zur Bauchhöhle. Streng genommen handelt es sich beim Nabel bereits um eine Narbe, denn durch die Trennung der Nabelschnur wird ein Narbengewebe hinterlassen, woraus sich der Bauchnabel formt. Durch die Fortschritte der minimal-invasiven Chirurgie sind immer schonendere Operationen möglich. „Die SILS-Technik (Single Incision Laparoscopic Surgery) ist eine besondere Form der minimal-invasiven Operation“, erklärt Professor Dr. Dr. Peter Sterk, Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie sowie Chefarzt der Klinik für Chirurgie am Krankenhaus 14 Nothelfer. „Durch einen einzigen, winzigen Hautschnitt im Bauchnabel kann ein sogenannter Single Port eingeführt werden, welcher wiederum mehrere parallele Arbeitskanäle schafft. Dabei müssen weder Muskeln durchtrennt noch Fettgewebe durchschnitten werden.“ Über dieses „Schlüsselloch“ kann der Chirurg filigrane, nur wenige Millimeter zarte Instrumente samt Mini-Kamera in den Bauchraum einführen. Die elastische Haut zieht sich nach dem Eingriff wieder zusammen, und es resultiert nur eine kleine Narbe, die aber in der Bauchnabelhöhle liegt und somit nicht sichtbar ist. Prinzipiell kann die SILS-Technik bei jedem Patienten angewandt werden.

Galle, Blinddarm, Darm oder Leistenbruch – seit fünf Jahren werden am Krankenhaus 14 Nothelfer SILS-Operationen durchgeführt. Neben dem kosmetischen Aspekt ist natürlich die schnellere Erholung ein großer Gewinn für den Patienten. „Die postoperativen Schmerzen und Komplikationen sind mit diesem Verfahren deutlich geringer“, weiß Professor Dr. Sterk. In der Regel können die Patienten nach einer SILS-Operation das Krankenhaus nach zwei Tagen verlassen. Bereits nach 14 Tagen ist die Wunde wieder komplett verschlossen. Für Patienten ist die Methode daher sehr einfach, und durch den kleinen Schnitt ergeben sich weniger Risiken wie Wundheilungsstörungen oder drohende Verwachsungen. Vom Operateur allerdings verlangt die Single-Port-Technik langjährige Erfahrung und ein mehr als ruhiges Händchen. Für Professor Dr. Sterk kein Problem – er hat das dafür notwendige Fingerspitzengefühl in vielen Eingriffen unter Beweis gestellt.

 

 

 

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